Krebs – Chemobrain ist meist nicht für kognitive Auffälligkeiten verantwortlich

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An der Studie nahmen 166 Frauen teil, die an Brustkrebs erkrankt waren und ihre Diagnose gerade erst erfuhren hatten, sowie 60 Frauen, die keinen Verdacht auf Krebs hatten.

Anhand einer aktuell durchgeführten Studie wird deutlich, dass viel mehr als die Chemotherapie der posttraumatische Stress die geistigen Fähigkeiten der betroffenen Patienten beeinträchtigt.

Man konnte dies nun bei Frauen nachweisen, die an Brustkrebs erkrankt waren. Sie litten nach der Behandlung mit einer Chemotherapie häufig unter Beeinträchtigungen des Gedächtnisses. Besonders die Konzentration, aber auch andere geistige Fähigkeiten waren mehr oder minder schwer gestört. Bisher nahm man an, dass es sich dabei um Nebenwirkungen der Chemotherapie handelt und nannte diesen Effekt Chemobrain“. Forscher des Brustzentrums der Ludwig-Maximilians-Universität und mehrerer Kliniken rund um die Stadt München haben nun untersucht wie sich der posttraumatische Stress auswirkt.

An der Studie nahmen 166 Frauen teil, die an Brustkrebs erkrankt waren und ihre Diagnose gerade erst erfuhren hatten, sowie 60 Frauen, die keinen Verdacht auf Krebs hatten. Während eines Zeitraums von zwölf Monaten wurden beide Gruppen insgesamt dreimal befragt und dabei auch auf ihre kognitiven Funktionen hin geprüft. Es zeigte sich ausschließlich bei den erkrankten Frauen eine leichte Abnahme ihrer Testleistungen. Die Leistungen waren aber auch dann geringer, wenn die Frauen ohne eine Chemotherapie auskamen.

Somit kann man davon ausgehen, dass die schlechten Resultate der Tests eher auf psychologische Faktoren zurückzuführen sind und diese tief in die Arbeitsweise des Gehirns eingreifen.

Fazit:
Eine Krebserkrankung wird fast immer als schweres Trauma erlebt. Kognitive Auffälligkeiten sind daher bei Krebspatientinnen eher eine Folge von posttraumatischem Stress, als sie durch die Chemotherapie bedingt sind. Es ist durchaus nicht verwunderlich, dass sich die Diagnose Krebs auf die geistigen Fähigkeiten auswirkt. Sie kann nicht spurlos am Gehirn und den kognitiven Funktionen vorüber gehen. Zu den typischen Beschwerden gehören auch Schlaflosigkeit, Angst vor Berufsunfähigkeit und depressive Verstimmungen. Dies alles trägt zum Entstehen kognitiver Beeinträchtigungen bei.

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