Krankenversicherung-Schuldenerlass zeigt kaum Wirkung

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Über 75.000 Menschen dürften trotz der geltenden Versicherungspflicht in der Krankenversicherung auch in Zukunft ohne Absicherung im Krankheitsfall bleiben.

Vor knapp einem Jahr hatte die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Beitragsschuldnern die Rückkehr in den Versicherungsschutz erleichtern sollte. Das Gesetz sieht vor, Strafprämien zu erlassen, um dadurch mit vertretbaren Mitteln wieder eine Krankenversicherung abschließen zu können. Doch eine erste Bilanz zeigt jetzt, dass nicht einmal 50 Prozent der betroffenen Versicherten dieses Angebot nutzen. Über 75.000 Menschen dürften trotz der geltenden Versicherungspflicht in der Krankenversicherung auch in Zukunft ohne Absicherung im Krankheitsfall bleiben.

Die nun veröffentlichte Statistik des Bundesversicherungsamts spricht eine eindeutige Sprache. Es scheint, als sollten Beitragsschuldner nicht daran interessiert sein, einen Krankenversicherungsschutz abzuschließen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass nur etwa die Hälfte der Betroffenen in den vergangenen Monaten dafür gesorgt hat, die Schulden in dem verlangten Maß zu begleichen, um wieder in die Krankenversicherung zurückzukehren. Ob eine mangelhafte Kommunikationspolitik der Regierung die Ursache für das Zögern der Betroffenen ist, bleibt unklar. Dennoch kommt jetzt aus den eigenen Reihen der Regierung heftige Kritik am geltenden Verfahren. Noch immer seien die Strafbeiträge zu hoch, sie seien letztlich der Grund dafür, dass viele Menschen nicht versichert seien.

Die Bilanz ist dann auch einerseits wenig überraschend. Noch immer müssen sich beitragssäumige Zahler damit auseinandersetzen, einen Teil ihrer Schulden zu bezahlen, wenn sie wieder versichert sein wollen. Das ist für viele Schuldner schlicht nicht möglich. Es scheint vordergründig der einfachere Weg zu sein, weiter Schulden anzuhäufen und auf eine Krankenversicherung zu verzichten. Doch dieser Ansatz ist aus medizinischer Sicht zu kurz gedacht. Ist nämlich ein Besuch beim Arzt erforderlich, wird dieser allenfalls bei akuten Beschwerden behandeln. Das sieht die geltende Regelung bei Beitragsschulden derzeit vor. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung weitere Schritte unternimmt oder ob diese Gruppe der Versicherten letztlich eine Versicherungsfreiheit für sich in Anspruch nimmt, die ihr nach dem Gesetz nicht gebührt.

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