Kinder in Deutschland häufiger mit Übergewicht

FamilieÜbergewichtige Kinder in Deutschland und das fehlende gesellschaftliche Bewusstsein – Das Kinderhilfswerk Unicef Deutschland hat eine umfangreiche Vergleichsstudie zur Gesundheit von Kindern in den Industrieländern erstellt. Während die meisten Faktoren für deutsche Kinder im Ländervergleich recht positiv ausfallen, so wurde jedoch Übergewicht als ein häufiges Problem deutscher Kinder identifiziert. Insbesondere scheint demnach der Trend zum Übergewicht sich eher verstärkt zu haben. Und gerade übergewichtigen Kindern fällt das Abnehmen später deutlich schwerer.

Entgegengesetzter Trend im Ländervergleich

Während laut der aktuellen Studie des Kinderhilfswerks Unicef eine ganze Reihe von Industrieländern bereits erfolgreiche Maßnahmen zur Bekämpfung des Übergewichts durchgesetzt haben, fehlt es hierzulande zunächst noch immer an einem gesellschaftlichen Bewusstsein für das Problem. Dementsprechend hat sich in der Vergangenheit die Häufigkeit von Übergewicht bei Kindern hierzulande verstärkt, während in anderen Ländern wie England oder Frankreich, mit einem entsprechenden Problembewusstsein, die Zahlen von übergewichtigen Kindern zum Teil deutlich zurückgedrängt werden konnten. Wie dringlich und bedrohlich dieses Problem ist, lässt sich beispielsweise an der Erkenntnis ablesen, dass heute sogar fettleibige Kinder bereits von der Arteriosklerose betroffen sein können.

Geringer Stellenwert von Ernährung und Bewegung in Schulen und Kindergärten

Die berechtigte Kritik zielt dann insbesondere auch auf den noch vergleichsweise recht geringen Stellenwert von Ernährung und Bewegung in den Schulen und Kindergärten. Ein besonders drastisches Beispiel für das Dilemma in der Ernährung der Kinder, zeigte erst kürzlich der Skandal im Bereich des Schulessens aus dem vergangenen September. Hierbei kam es zu einer heftigen Durchfallepidemie bei der etwa 4.000 Kinder und Jugendliche sowohl in Schulen als auch in Kindertagesstätten in fünf Bundesländern erkrankten.

Zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit, wurde bei dieser Nachricht die Öffentlichkeit mit der bedenklichen Lebensmittelversorgung für Schüler und Kinder konfrontiert. Dabei geriet insbesondere der herrschende Preisdruck auf die Caterer in den Fokus, welche für etwa 50 Cent, abzüglich anderer Kosten, den Kindern und Schülern ein akzeptables Essen anbieten sollen. Das hierbei endlich eine Diskussion um billige Großküchen-Nahrung angestoßen wurde, war dabei der positive Aspekt des Skandals. Die Einsicht, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung zum Niedrigpreis nicht zu realisieren ist, wurde dabei allen Beteiligten und auch der Öffentlichkeit klar. Ob die entsprechenden Konsequenzen aus dieser Erfahrung nun gezogen werden bleibt tatsächlich noch abzuwarten.

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