Karriere schlecht für die Gesundheit

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Foto: ©iStock.com/alvarez
Was viele Arbeitnehmer bereits spüren oder wissen, haben nun australische Forscher in einer Studie nachgewiesen. Der berufliche Aufstieg und das Erklimmen der Karriereleiter schaden der eigenen Gesundheit. Hierbei leidet insbesondere die Psyche der Betroffenen.

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Die Karriere als Ziel

Karriere machen – das ist das große Ziel vieler Menschen in unserer Gesellschaft. Mit dem Aufstieg im Berufsleben verbinden viele Menschen die Erreichung von Wohlstand, gesellschaftlichen Ansehen und vielleicht sogar Macht oder Verantwortung. Die Vorstellung der Erreichung von Karrierezielen geht dann auch einher mit einer schlussendlichen Zufriedenheit aufgrund des Erreichten. So besteht stets die Vorstellung, dass die Lebensqualität, die Zufriedenheit und das persönliche Glück mit einer entsprechenden Karriere steigen muss. Die australische Studie zeigt nun, dass das Gegenteil jedoch der Fall ist.

Die Versuchsgruppe

Die Studie vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) stützt ihre Ergebnisse auf jährliche Umfragen zu Arbeitsplatzaspekten, Gesundheit und Lebenszufriedenheit. Dabei wurden ausschließlich Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 64 Jahren einbezogen. Insgesamt handelt es sich bei der Versuchsgruppe um knapp 2.700 Personen, von denen rund 75% im Versuchszeitraum befördert wurden.

Das Ergebnis der Studie

Die Studie zeigt, dass die Arbeitnehmer unmittelbar nach einer Beförderung zunächst zufrieden mit dem Erreichten sind. Dabei waren insbesondere die Aspekte von mehr Verantwortung, einer angemessenen Entlohnung und auch eine gefühlte gestiegene Arbeitplatzsicherheit am relevantesten für die Studienteilnehmer. Allerdings hielt die Zufriedenheit hinsichtlich der Karriere bei den Probanten nicht lange an. Die Zufriedenheit pendelte sich dann alsbald auf dem vorherigen Niveau ein. Allerdings gaben die Studienteilnehmer an, dass sowohl der Stress, die Arbeitbelastung und auch die Arbeitszeiten im Zeitraum deutlich stiegen. Mit dieser Entwicklung mussten die Studienteilnehmer tatsächlich eher mit einer gesunkenen Lebensqualität und einer höheren psychischen Belastung leben, als es zuvor der Fall gewesen war. Auch das höhere Einkommen und der gesellschaftlich gestiegene Status konnte daran nichts ändern.

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Ein Erklärungsansatz
Im Wesentlichen dürften sich Arbeitnehmer über alle Konsequenzen eines beruflichen Aufstiegs bewusst sein. Auf der einen Seite steht üblicherweise eine höhere Entlohnung. Auf der anderen Seite muss diese auch gerechtfertigt werden. Wer beruflich vorankommen möchte, muss nicht nur mehr Leistung erbringen, sondern auch seinen Arbeitgeber in der Regel auf die persönlichen Karrierewünsche aufmerksam machen. Arbeitgeber oder Vorgesetzte sind dann auch bereit für mehr Leistung den Wünschen zu entsprechen.

Das bedeutet zugleich, dass eine Beförderung mehr Arbeitsbelastung mit sich bringt. Immerhin steigen auch die Personalkosten für den Arbeitgeber. Falls eine Karriere noch mit Verantwortung für andere Mitarbeiter einhergeht, steigt die Belastung und der Stress noch ein mal. Desto höher das Gehalt und die Verantwortung letztendlich werden, desto größer wird auch das Interesse der Vorgesetzten oder des Arbeitgebers sein, das Maximum an Leistung aus dem Arbeitgeber herauszuholen. Gerade in diesem Bereich gibt es bereits zahlreiche Strategien und Beratungsangebote für Arbeitgeber wie das Arbeitspensum von Mitarbeitern maximiert werden kann. Eine dauerhaft gesteigerte Leistungserbringung und Einforderung von Top-Ergebnissen bleibt dann bei den betroffenen Karrieristen nicht ohne Spuren an der Psyche. Dementsprechend klagten die Probanden auch über Nervosität und Unruhezustände. Weitere gesundheitliche Auswirkungen sind unter den Begriffen Schlaflosigkeit, Burn-Out bzw. Depression zu finden.

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