Jeder Zweite ohne private Pflegevorsorge

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Studie: 50 Prozent der Befragten verlassen sich ausschließlich auf die staatliche Vorsorge im Pflegefall und könnten im Alter in einen Versorgungsengpass geraten.

Eine neue Studie der AXA brachte es ans Licht: Lediglich 50 Prozent der Bevölkerung sorgt privat für den Pflegefall vor. Dabei schließen nicht alle Versicherten eine private Pflegeversicherung ab, vielfach wird auch in anderer Form vorgesorgt. Doch 50 Prozent der Befragten verließen sich ausschließlich auf die staatliche Vorsorge im Pflegefall und könnten im Alter in einen Versorgungsengpass geraten.

Jeder zweite Rentner hat in Deutschland für die Pflegebedürftigkeit vorgesorgt. Deutlich wird ein erhebliches West-Ost-Gefälle. In den alten Bundesländern haben etwa 55 Prozent der Ruheständler eine private Pflegeversicherung abgeschlossen oder anderweitig vorgesorgt. In den neuen Bundesländern und in Berlin beträgt der Anteil der privat Pflegeversicherten nur etwa 43 Prozent. Das ist das wichtigste Ergebnis aus dem AXA-Deutschland-Report 2015 zur Pflege-Vorsorge.

Über alle Bundesländer hinweg haben sich 52 Prozent der Rentner für den Pflegefall geschützt. Unter den Arbeitnehmern sind es ungefähr 40 Prozent, wobei regional große Unterschiede auffielen. In Baden-Württemberg haben 49 Prozent der Arbeitnehmer und 66 Prozent der Ruheständler eine private Vorsorge getroffen, im Vergleich zu Berlin ist eine deutliche Abweichung festzustellen. Ein Grund für diese geringe Vorsorgequote könnte die Meinung der Bürger sein, dass der Staat eine Versorgungspflicht im Pflegefall hat. Diesen Ansatz findet man häufig in Mecklenburg-Vorpommern, hier geht jeder sechste Versicherte davon aus, dass der häufig zitierte Sozialstaat Vorsorge treffen muss. In Sachsen verlassen sich dagegen die meisten Versicherten auf ihre Kinder, denn 14 Prozent der Befragten gaben an, dass die Kinder für die Kosten im Pflegefall aufkommen sollen.

Die Unterschiede je nach Bundesland sind sicher interessant zu verfolgen. Dennoch dürften die Ergebnisse erschrecken, denn bei staatlicher Vorsorge entsteht eine erhebliche Versorgungslücke, bei einem Verlass auf die Kinder stehen diese schnell vor dem finanziellen Ruin. Eine private Vorsorge stellt sicher, dass das Leben im Pflegefall für alle Beteiligten lebenswert bleibt.

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