Jeder Zweite hat Angst vor Burnout

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Über 70 Prozent der Studienteilnehmer sind der Ansicht, dass sie durch ihre Arbeit mit größeren psychischen Belastungen konfrontiert sind als gut für sie ist.

Rund 50 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland haben aus Furcht vor einem Burnout schon darüber nachgedacht, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder den Arbeitsplatz zu wechseln. Als Grund werden psychologische Belastungen angegeben. Vor allem unter den jüngeren Arbeitnehmern fürchten viele, den Belastungen am Arbeitsplatz nicht standzuhalten und irgendwann zu erkranken.

Über 70 Prozent der Studienteilnehmer waren sogar der Ansicht, dass sie durch ihre Arbeit mit größeren psychischen Belastungen konfrontiert sind als gut für sie ist. Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit durch Stress sehen immerhin 49 Prozent der Befragten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die im Auftrag der Allianz vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde.

Dass psychische Probleme unter den Ursachen für Fehltage im Beruf auf der zweiten Position rangieren, ist für die Krankenkasse nicht neu. Bei den Ursachen für eine Berufsunfähigkeit liegen psychische Erkrankungen mit etwa 30 Prozent aller Erkrankungen sogar auf dem ersten Platz.

Gründe Berufsunfähigkeitsversicherung Kreisdiagramm
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Die wichtigsten Gründe sind ein hohes Arbeitsaufkommen sowie immenser Zeitdruck und auch der Umgang mit Kollegen. Vielen Menschen fällt es offenbar sehr schwer, nach der Arbeit abzuschalten. Kollegen und Vorgesetzte erwarten, dass man schnell reagiert, die ständige Präsenz auf Facebook, WhatsApp und Co. verstärkt diese Erwartungshaltung noch. Besonders junge und technikaffine Arbeitnehmer fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt.

Die Reaktionen auf ihre Ängste sind durchaus unterschiedlich. Nur jeder Vierte spricht mit dem Vorgesetzten über psychische Probleme, und rund 27 Prozent sprechen Kollegen an. Viel häufiger redet man mit dem Partner über Stress im Job, denn immerhin 52 Prozent thematisieren die Belastung zu Hause.

Die Krankenversicherer sehen die Unternehmen in der Pflicht. Es müsse das Bewusstsein geschaffen werden, dass die Mitarbeiter heute größeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als noch vor 20 Jahren. Allein die Offenheit von Vorgesetzten für die Probleme der Mitarbeiter kann eine Ursache für ein besseres Arbeitsklima sein. Immerhin 77 Prozent der Arbeitnehmer sind sogar der Ansicht, dass der Arbeitgeber bei Überforderung helfen soll, weil er diese auch verursacht.

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1 Kommentar

  1. Vielen Dank für den Blogartikel zum Thema „Jeder Zweite hat Angst vor Burnout“. Ja das ist richtig, dass die psychischen Erkrankungen unter den Arbeitnehmern Jahr für Jahr rapide zunehmen. Die Angst vor Burnout steigt unter den Arbeitnehmern! Für mich als Trainer und Coach ist es erschreckend und zugleich alarmierend, dass mittlerweile schon jeder Zweite Angst vor Burnout hat! Das kann und darf meiner Meinung nach sich sein! Unsere heutige Arbeitswelt ist extrem schnelllebig, der Leistungsdruck ist immens und das macht krank! Nur durch ein Umdenken in der Arbeitswelt sowie die dringend benötigten Präventionsmaßnahmen können die stetig steigenden Burnouts in der Arbeitswelt gesenkt und bekämpft werden!

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