Immer noch zu wenig Palliativ-Versorgung!

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Bei der Versorgung und Betreuung schwer kranker Menschen schneidet Deutschland, im internationalen Vergleich betrachtet, eher schlecht ab.

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Palliation, so nennt man eine bestimmte medizinische Maßnahme. Ihr vordergründiges Ziel dient weder dem Erhalt der Gesundheit, noch der Genesung und auch nicht der Wiederherstellung der normalen Körperfunktion. Es handelt sich vielmehr um die bestmögliche Anpassung eines unheilbar kranken Menschen an die gegebenen physiologischen und psychologischen Verhältnisse. Eine Palliativ-Versorgung solcher Patienten, die unheilbar krank sind, dient dazu diesen Menschen eine möglichst hohe Lebensqualität zu verschaffen. Mediziner und Wissenschaftler schlagen jedoch deutlich Alarm. In der deutschen Palliativ-Medizin besteht ein massiver und dringender Handlungsbedarf. Bei der Versorgung und Betreuung schwer kranker Menschen schneidet Deutschland, im internationalen Vergleich betrachtet, eher schlecht ab.

Wissenschaftler fordern daher eine deutlich intensivere Forschung, um diese Defizite ausgleichen zu können. In Deutschland weiß man leider immer noch viel zu wenig über eine optimale Palliativ-Versorgung.

Die Arbeitsgruppe der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften haben jetzt gemeinsam eine Stellungnahme vorgelegt, die für eine bessere Palliativ-Versorgung eintritt. Darin wird beispielsweise eine flächendeckende Versorgung gefordert, denn in vielen Bereichen des Landes findet man keine dieser speziellen Einrichtungen. Außerdem ist eine lückenlose Finanzierung der palliativen Versorgung in Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie in der häuslichen Pflege notwendig und das möglichst bundesweit einheitlich. Bisher wird dies, je nach Bundesland, noch sehr unterschiedlich geregelt.

Interdisziplinäres Denken ist bei der Palliativ-Versorgung besonders gefragt. Um eine gute Betreuung zu gewährleisten müssen nicht nur Ärzte, sondern auch Krankenschwestern, Pfleger, Angehörige und ehrenamtliche Betreuer Hand in Hand arbeiten. Es besteht noch viel Bedarf an intensiver Forschung, um eine gute und würdevolle Palliativ-Medizin zu gewährleisten, welche die Betreuung bestens organisieren und koordinieren kann. Dabei müsse aber auch verstärkt interdisziplinär gedacht werden. Bis heute betrachtet man die Palliativ-Versorgung immer noch zu sehr aus rein ärztlicher Sicht.

Fazit
Durch die Debatte um den assistierten Suizid ist die Hospiz- und Palliativ-Medizin verstärkt in den Vordergrund getreten. Eine große Mehrheit im Bundestag sowie der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) setzen sich für eine bessere Förderung der Betreuung von unheilbar kranken Menschen ein. Noch in diesem Jahr soll ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden.

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