Hübsche Menschen werden schneller vergessen

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Psychologie-Studie zeigt: Hübsche Gesichter werden vergessen, unattraktive gemerkt.

Bislang ging man davon aus, dass schöne Menschen länger und besser im Gedächtnis bleiben. Genau das Gegenteil ist der Fall, wie eine aktuelle Studie der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität belegt.

Kindheitserinnerungen

Wer sich an die Klassenkameraden seiner Kindheit erinnert, hat vor dem geistigen Auge eher den Jungen mit abstehenden Ohren als das süße Mädchen mit der Stupsnase. Das wies der Studienleiter Holger Wiese nach, Psychologieprofessor in Jena und Experte für Gesichtserkennung. Die im März 2014 veröffentlichte Studie wies nach, dass hohe Attraktivität den Wiederkennungswert eines Gesichts empfindlich stört. Für den Testlauf wurden Probanden mehr attraktive und eher unattraktive Gesichter nur wenige Sekunden gezeigt – dann sollten sie sich erinnern.

Entzücken stört das Gedächtnis

Im Fachjournal „Neuropsychologia“ präsentierte das Forscherteam das überraschende Ergebnis: Hübsche Gesichter werden vergessen, unattraktive gemerkt. Das liegt am hohen emotionalen Effekt eines schönen Antlitzes, der den Lernprozess stört. Diese Emotionen maßen die Forscher per EEG. Auch glauben Menschen oft, einen schönen Menschen schon einmal gesehen zu haben, obgleich das gänzlich unmöglich ist. Hier löst die Attraktivität den umgekehrten Irrtum aus, was die Forscher ganz einfach interpretierten: Menschen glauben eher ihren Gefühlen als ihrer wirklichen Erinnerung.

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