Honorarstreit der Kassenärzte verschärft sich

Fast unbemerkt von den betroffenen Patienten wird der Streit zwischen Kassenärzten und Krankenkassen um die anstehende Neuregelung der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) zunehmend schärfer. Rund 270 Millionen Euro sollen sie zukünftig zusätzlich pro Jahr erhalten, doch genau das reicht der Ärzteschaft noch nicht aus. Nun droht der Gang vor die Gerichte, wie Welt Online.de am vergangenen Wochenende berichtete. Und auch der Tonfall zwischen den Beteiligten wird deutlich härter.

So bezeichnete der Präsident der Bundesärztekammer die Kassen dann auch als verantwortungsloses Machtkartell, das als Monopolist versuche, den Markt zu beherrschen. Die 270 Millionen Euro an Mehreinnahmen für das nächste Jahr sind auf einen Schlichterspruch des Bewertungsausschusses der Ärzte und der Kassen zurückzuführen, der bei der Ärzteschaft schlicht zu großer Entrüstung geführt hatte. So hatten unzählige Ärzteverbände den Kassen bis zum kommenden Montag ein Ultimatum gestellt, zu dem der Beschluss nachzubessern sei. Anderenfalls stehen Praxisschließungen an, so die Drohung der Ärzte.

Auf dem Klageweg will man nun höhere Honorare erstreiten, der Bundesgesundheitsminister ist ebenfalls zum Handeln aufgefordert. Im schlimmsten Fall droht die Ärzteschaft sogar mit einer Verschlechterung der ärztlichen Versorgung in Deutschland. Wie sich der Streit weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Mit versöhnlichen Tönen ist hier allerdings in absehbarer Zeit wohl nicht zu rechnen.

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