Hirnschrittmacher mildert Diabetes Typ 2

Hirnschrittmacher mildert Diabetes Typ 2
Foto: ©iStock.com/Tempura
Zufällig entdeckt – Hirnschrittmacher wirkt sich günstig auf Typ-2-Diabetes aus!

Es war eine zufällige Entdeckung. Als man einem Patienten, der unter Zwangsstörungen litt, mit der Implantation eines Hirnschrittmachers helfen wollte, bemerkten die Mediziner, dass sich dieser Eingriff gleichzeitig auch günstig auf seinen Diabetes Typ 2 auswirkte. Der Patient konnte seinen Insulinbedarf reduzieren.

Untersuchung Hirnschrittmacher auf Diabetes Typ 2

Der 53jährige Mann befand sich in einer Klinik in Amsterdam, um dort den Hirnschrittmacher zu erhalten, der eine tiefe Hirnstimulation bewirkt. Dies kann Depressionen, aber auch Zwangsstörungen günstig beeinflussen. Nach der Implantation konnte der Patient, zur großen Überraschung der Ärzte, seine tägliche Insulindosis von 226 auf 180 I.E. senken. Man nahm zuerst an, dass das Absetzen eines bestimmten Medikaments der Grund dafür sein könnte, aber dafür kam es zu rasch zu der Absenkung der Blutzuckerwerte. Die Wissenschaftler begannen daraufhin intensiver zu forschen. Zunächst wurde der Stoffwechsel des Patienten verglichen, wenn man den Hirnschrittmacher aus- oder einschaltete. Dabei bemerkten die Mediziner, dass die tiefe Hirnstimulation eine Verbesserung der Glukoseverteilung auf die Zellen bewirkte. Gleichzeitig bildeten sich weniger freie Fettsäuren. Dadurch wiederum kann Insulin besser wirken. Die Wissenschaftler untersuchten nun vierzehn weitere Probanden, die ebenfalls einen Hirnschrittmacher implantiert bekamen, aber keinen Diabetes hatten. Das Resultat war dennoch eindeutig, denn es zeigte sich bei allen Patienten eine Steigerung der Insulinsensitivität. Noch ausgeprägter war die Wirkung bei den Probanden, die übergewichtig waren.

Fazit:
Die Ergebnisse der Studie sind sicher sehr interessant. Trotzdem ist es absolut unrealistisch Menschen mit Typ-2-Diabetes mit einem Hirnschrittmacher auszustatten, um damit den Diabetes günstig zu beeinflussen. Dafür waren die Einsparungen bei der Insulindosis auch zu gering. Vielleicht sind die Ergebnisse aber ein Anlass für die Arzneimittelforschung, nach zentral wirksamen Wirkstoffen zu forschen, um damit den Typ-2-Diabetes zu behandeln.

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Quelle: www.aerzteblatt.de

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