GKV verzeichnet erste Verluste seit 2008

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Neueste Presseberichte weisen im ersten Quartal des Jahres auf ein Defizit im dreistelligen Millionenbereich hin.

Einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe haben derzeit die gesetzlichen Krankenkassen zum Jahresbeginn zu verkraften – das zumindest geht aus einem aktuellen Pressebericht hervor. Offenbar sind die Ausgaben für ambulante und stationäre Behandlungen und für Medikamente massiv gestiegen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend weiterentwickelt und welche Konsequenzen der Gesetzgeber daraus zieht.
Zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 sind die gesetzlichen Kassen in ein Minus geraten. Neueste Presseberichte weisen im ersten Quartal des Jahres auf ein Defizit im dreistelligen Millionenbereich hin. Zwar ändere das nichts an der insgesamt soliden finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenkassen. Mit rund 16 Milliarden Euro an Rücklagen seien die 134 Krankenkassen finanziell gut aufgestellt, allein der Gesundheitsfonds verzeichne mehr als 13 Milliarden Euro Rücklagen.

Der Trend ist offenbar nicht ganz neu, denn schon im Jahr 2013 war aufgefallen, dass die Überschüsse der Kassen trotz zunehmender Beschäftigung und höherer Tarifgehälter sinken. Die Bundesregierung hatte bereits zugesagte Zuschüsse in Milliardenhöhe gestrichen, und auch die Kosten für Behandlungen von Ärzten und in Krankenhäusern sowie für Medikamente waren offenbar stark gestiegen.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zeigt sich ein insgesamt positives Ergebnis. Ihr Überschuss beträgt im ersten Quartal 149 Millionen Euro und ist damit niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres. Die Ersatzkassen dagegen müssen derzeit ein Minus von 317 Millionen Euro verkraften. Die Innungskassen verzeichnen ebenfalls ein Defizit in zweistelliger Millionenhöhe.

Allerdings weisen die Presseberichte auch darauf hin, dass manche Kassen auf den ersten Blick schlechtere Zahlen liefern als sich bei näherem Hinsehen nachweisen lässt. Gerade bei den Ersatz- und Betriebskrankenkassen sind in den Daten Prämienausschüttungen enthalten, die aus vorhandenen Reserven planmäßig abgedeckt werden. Auch der Finanzausgleich der Krankenkassen verfälscht das Ergebnis und lässt keine ganz einwandfreie Interpretation zu. Insgesamt wird erwartet, dass die gesetzlichen Kassen in diesem Jahr ein leichtes Minus ausweisen.

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