GKV und PKV kämpfen mit säumigen Versicherten

Wer die aktuelle Berichterstattung in der Krankenversicherung aufmerksam verfolgt, stößt immer wieder auf den regelrechten Wettkampf beider Versicherungssysteme, der letztlich auf die Gewinnung neuer Kunden abzielt. Doch an einer Stelle sehen sich sowohl die PKV als auch die GKV durchaus mit identischen Problemen konfrontiert: Beide kämpfen mit ausstehenden Beitragszahlungen von säumigen Versicherten.

Zwar wurde mit der Einführung der Versicherungspflicht in der Krankenversicherung im Jahr 2009 die Zahl der nicht-versicherten Mitglieder um rund 30 Prozent reduziert, doch beide Versicherungssysteme haben nun kaum noch Möglichkeiten, bestehende Verträge mit säumigen Zahlern zu verhindern. So sind die Außenstände im vergangenen Jahr in der GKV um 55 Prozent gestiegen und belaufen sich im Juni 2012 auf 1,67 Milliarden Euro. Die PKV sieht sich mit aktuell ausstehenden Beiträgen in Höhe von 550 Millionen Euro konfrontiert.

Beide Versicherungssysteme haben im Fall ausstehender Zahlungen nur eine Notfallversorgung zu leisten, die bei akuten Schmerzen, Schwangerschaft und Geburt greift. Eine Lösung des Dilemmas ist für alle Beteiligten offenbar nicht in Sicht, denn säumigen Versicherten darf durch die Versicherungspflicht nicht gekündigt werden.

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