GKV-Servicestelle: Hier ist noch Optimierungspotenzial

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Foto: ©iStock.com/fotostorm
Gesetzliche Krankenversicherung: Bei der Vermittlung von Facharztterminen besteht offenbar noch ein erhebliches Optimierungspotenzial

Wenn Kassenpatienten einen Termin beim Facharzt wünschen, müssen sie etwa vier Wochen länger darauf warten als Privatversicherte. Das sollte sich mit der Einführung der Servicestelle eigentlich ändern. Doch schon wenige Tage nach dem Start Ende Januar zeigt sich, dass viele GKV-Patienten offenbar sehr gute Nerven brauchen, wenn sie die Leistungen in Anspruch nehmen wollen. Denn bei der Vermittlung von Facharztterminen besteht offenbar noch ein erhebliches Optimierungspotenzial, wie eine Auswertung der Deutschen Stiftung Patientenschutz jetzt ergab und wie Focus Online gerade veröffentlicht hat. Der Verband hat vor wenigen Tagen eine Untersuchung der 17 Servicestellen in ganz Deutschland durchgeführt und die Erreichbarkeit geprüft. Das Ergebnis zeigt, wo noch Optimierungspotenzial besteht.

Als großes Problem erwies sich offenbar die Tatsache, dass es keine bundesweit einheitliche Telefonnummer gibt. Jedes Bundesland hat seine eigene Servicestelle, in Nordrhein-Westfalen wurden sogar zwei Servicenummern veröffentlicht. Diese Nummern muss sich der Patient erst einmal langwierig beschaffen. Unterschiedliche Sprechzeiten sind ein weiterer Grund für die Kritik, Versicherte müssen sich auf sehr heterogene Sprechzeiten einrichten, die noch dazu nicht immer kundenfreundlich sein sollen. Außerdem zeigte sich im Test eine überraschende Bandbreite der Sprechzeiten. So sind die Experten in Nordrhein-Westfalen zum Teil nur 25 Stunden pro Woche erreichbar, in Niedersachen können GKV-Versicherte 50 Stunden pro Woche mit Unterstützung rechnen. Und auch die Voraussetzungen für die Terminvergabe sind unterschiedlich geregelt. Hinzu kommt, dass die vermittelten Fachärzte zum Teil nicht aus dem nächsten Ort kommen. Als zumutbare Entfernung wird eine Anreise von 60 Minuten mit der Bahn oder mit dem Bus oder von 20 Kilometern vom Wohnort aus gerechnet.

Es stand zu erwarten, dass die Servicestelle nicht sofort mit besten Leistungen überzeugen würde, doch es bleibt zu hoffen, dass es hier zukünftig noch zu einheitlichen Standards kommt, die den Patienten im Krankheitsfall das Leben erleichtern.

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