GKV: Prävention fällt Sparwut zum Opfer

frosch-breit

Kürzungen der gesetzlichen Krankenkassen für die Prävention von stressbedingten psychischen Erkrankungen von bis zu 30 Prozent

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den vergangenen Jahren stattliche Überschüsse erwirtschaftet und können eine respektable Bilanz vorlegen. Doch in der letzten Woche zeigte eine aktuelle Studie, dass der Preis für diese Gewinne offenbar recht hoch ist: Für die Prävention von stressbedingten psychischen Erkrankungen wurden bis zu 30 Prozent weniger Geld ausgegeben. Wie n-tv jetzt berichtete, haben die gesetzlichen Kassen ihre Ausgaben für die Prävention in den Jahren 2008 bis 2012 so stark gekürzt, dass nur noch rund 3,41 Euro für jeden Versicherten pro Jahr zur Verfügung stehen. Das allerdings ist nur noch wenig mehr als die gesetzliche Richtmarke, die mit 2,94 Euro bemessen ist. Die Kürzungen beziehen sich vor allem auf individuelle Maßnahmen, die vorrangig aus Kursen zum Stressabbau bestehen.

Besonders überraschend ist allerdings, dass ein von der Bundesregierung geplantes Präventionsgesetz genau hier ansetzen soll. Geht es nach diesem Vorhaben, sollen die Kassen zukünftig mehr Geld für die Prävention ausgeben, um die spätere Behandlung von Beschwerden erst gar nicht notwendig zu machen. Gleichzeitig will das Gesundheitsministerium zukünftig verhindern, dass die gesetzlichen Kassen arbeitsunfähige Arbeitnehmer wieder zur Arbeit schicken, weil sie das Attest nicht akzeptieren wollen.

Insgesamt erweckt die Sparwut der Kassen den Eindruck, dass gesetzlich Versicherte dringend über eine private Zusatzkrankenversicherung nachdenken müssen, welche einen optimalen und bedarfsgerechten Versicherungsschutz garantiert. Sollte das Interesse der Kassen weiterhin in Richtung exzessives Sparen gehen, ist die entstehende Versorgungslücke nur noch durch eine private Zusatzvorsorge aufzufangen.

[KV Vergleich]

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. Irgendwie bezeichnend für die heutige Zeit. Seit mindestens einem Jahr dürfen wir uns anhören wie viel Überschüsse die gesetzlichen Kassen erwirtschaftet haben. Wenn es dann darum geht das Geld der Allgemeinheit zukommen zu lassen dann wird schnell deutlich gemacht, dass die Überschüsse nicht wieder hergegeben werden. Und nun zeigt sich wohl, dass die Überschüsse ausgerechnet durch Einsparungen bei Kassenleistungen herbeigeführt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.