GKV: Mitgliederschwund durch Zusatzbeitrag

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Zusatzbeitrag: Einige Krankenkassen haben einen erheblichen Mitgliederschwund zu verzeichnen.

Seit Anfang Januar 2015 können die gesetzlichen Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag selbst festlegen. Jetzt zeichnen sich die ersten Folgen ab. Einige Krankenkassen haben einen erheblichen Mitgliederschwund zu verzeichnen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die weitere Entwicklung gestaltet und wie die Krankenkassen den Verlust an zahlenden Versicherten verkraften.

Zum 01. April 2015 waren über 53 Millionen Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Das sind etwa 180.000 Versicherte mehr als zu Beginn des Jahres. Niemals vorher haben die gesetzlichen Kassen so viele Mitglieder gezählt. Die Gewinner dürften neben der Techniker Krankenkasse einige Gesellschaften mit einem geringen Zusatzbeitrag sein. Die Barmer GEK und die DAK Gesundheit haben dagegen massiv an Mitgliedern verloren. Auch einige andere Krankenkassen mit hohen Zusatzbeiträgen zählen zu den Verlierern.

Der Zuwachs von über 176.000 Mitgliedern verteilt sich nicht gleichmäßig auf alle Krankenkassen. Die Landwirtschaftliche Krankenversicherung und die Knappschaft konnten nicht davon profitieren, sie mussten sogar einen Mitgliederschwund akzeptieren. Die Innungskrankenkassen (IKK) konnten dagegen einen Anstieg der Versichertenzahlen verzeichnen, rund 25 Prozent entfielen auf die Betriebskrankenkassen, ein Drittel ging zu den Ersatzkassen und den Allgemeinen Ortskrankenkassen.

Den größten Zuwachs meldet die Techniker Krankenkasse, sie hält mit 0,3 Prozent den niedrigsten Beitrag. Auf Rang zwei folgt die AOK Plus, die traditionell eher nicht zu den großen Gewinnern zählt. Im vergangenen Betrachtungszeitraum hat sie die Versicherten offenbar überzeugt. Hinter der Techniker Krankenkasse und der AOK Plus kommt die HKK auf den dritten Rang unter den Kassen mit dem stärksten Mitgliederwachstum.
Die Liste der Verlierer wird von der DAK Gesundheit und der Barmer GEK angeführt. Auch die IKK Südwest hat stark an Kunden verloren. Das dürfte jeweils dem recht hohen Zusatzbeitrag geschuldet sein, die Versicherten haben offenbar zu anderen Anbietern mit geringeren Kosten gewechselt. Es bleibt wohl abzuwarten, wie sich die Verteilung auf die Kassen in Zukunft entwickelt und wie sich die Verlierer am Markt neu positionieren, um den Mitgliederschwund aufzufangen.

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1 Kommentar

  1. Liebe Redaktion, die TK erhebt einen Zusatzbeitrag von 0,8 %, nicht von 0,3 % wie in Ihrem Artikel beschrieben. Mit freundlichen Grüßen

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