GKV mit Leistungserweiterungen

Obgleich immer wieder Stimmen laut werden, dass der Wettbewerb zwischen der gesetzlichen Krankenkasse und der privaten Krankenversicherung verstärkt werden müsse, so ist bereits heute ein solcher Wettbewerb sichtbar. Die GKV gilt häufig als das Krankenversicherungssystem, welches weniger Leistungen bietet im Vergleich zur PKV. Ob diese Wahrnehmung tatsächlich bei den gewährten Leistungen in der Realität stimmt, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Dennoch ist zu beobachten, dass hinsichtlich der Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen sich mittlerweile viel Mühe geben um attraktiv für Versicherte zu sein.

Leistungen GKV und PKV
Gerade erst kürzlich hatte die aktuelle Studie des Kieler Gesundheitsökonomen Thomas Drabinski und der Frankfurter Beratungsfirma PremiumCircle auf Leistungslücken bei vielen Tarifen der privaten Krankenversicherung hingewiesen (Wir berichteten: Aktuelle Tarifstudie zur privaten Krankenversicherung; 10. Juni 2012). Gleichzeitig zeigen sich immer mehr gesetzliche Krankenkassen innovationsfreudig, wenn es um besondere Leistungen für Ihre Versicherten geht. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Terminreservierung bei der Techniker Krankenkasse, welches als Pilotprojekt in Berlin derzeit läuft. Wer hierbei einen Termin beim Facharzt erhalten möchte, kann einen Termin einfach im Internet buchen. So müssen gesetzlich Versicherte nicht lange auf einen Termin bei Facharzt warten (Wir berichteten: Termine beim Facharzt für gesetzlich Versicherte; 4. Juni 2012). Auch andere Krankenkassen bieten mittlerweile Leistungen an, welche normalerweise nicht zum Leistungskatalog der GKV gehören. Einige Krankenkassen gehen dabei sogar soweit, dass Leistungen angeboten werden, welche üblicherweise nur über eine Zusatzversicherung oder im Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherungen zu finden sind.

BKK vor Ort bietet osteopathische Behandlung

Ein weiteres beindruckendes Beispiel für zusätzliche Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung bietet die BKK vor Ort seit dem 16. Mai 2012. So bietet die Krankenkasse nun die Übernahme für Kosten für osteopathische Behandlungen an. Dabei gelten folgenden Beschränkungen und Vorraussetzungen zur Kostenübernahme:

  • Kostenübernahme höchstens 6 Sitzungen pro Kalenderjahr
  • 90 Prozent Erstattung (60,- Euro max. pro Sitzung)
  • Bescheinigung vom Arzt zur Osteopathieempfehlung

Üblicherweise ist die Osteopathie eine Leistung, welche im Rahmen der Zusatzversicherung oder in der PKV erstattet wird. Der Vorstoß der BKK vor Ort in diesem Bereich, dürften den privaten Anbietern nicht verborgen geblieben sein und mit Interesse beobachtet werden. Für die Versicherten hat dieser Wettbewerb jedoch den Vorteil, dass die Krankenversicherungen sich bemühen gute Leistungen zu akzeptablen Beiträgen zu erbringen.

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