GKV im 1. Halbjahr 2016 mit deutlichem Plus

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Zurückzuführen ist die positive Entwicklung auf den Zusatzbeitrag, der von den Arbeitnehmern zu zahlen ist.

Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres haben die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von rund 600 Millionen Euro erwirtschaftet. Somit konnte nicht nur ein Fehlbetrag aus dem Vorjahr ausgeglichen werden. Den 118 Krankenkassen ist es gelungen, ein stattliches Plus einzustreichen. Zurückzuführen ist die positive Entwicklung auf den Zusatzbeitrag, der von den Arbeitnehmern zu zahlen ist.

Noch im Jahr 2015 mussten die gesetzlichen Krankenkassen ein Minus von 491 Millionen Euro verbuchen. Das ging aus Medienberichten hervor, die sich auf Daten der Krankenkassen berufen. Begründet wurde der enorme Zuwachs mit den Zusatzbeiträgen. Die meisten Krankenkassen haben ihn zum Jahreswechsel oder unterjährig erneut angehoben. Es sind vor allem die Ersatzkassen wie die Techniker Krankenkasse, die Barmer-GEK, die DAK, die KKH, die HKK und die HEK, die ihre finanzielle Lage deutlich verbessern konnten. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen kamen immer noch auf einen Überschuss von 125 Millionen Euro. Auch die Betriebs- und Innungskrankenkassen, die Knappschaft und die Krankenkasse für Landwirte nahmen mehr ein als sie ausgaben. Es ist eine insgesamt erfreuliche Entwicklung für die gesetzlichen Krankenkassen.

Unklar ist aber, wie sich das auf die weitere Entwicklung der Zusatzbeiträge auswirkt. Zusatzbeiträge dürfen von einer gesetzlichen Krankenkasse erhoben werden, wenn die Einnahmen aus den gesetzlich festgelegten Beiträgen nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Die meisten Krankenkassen machen von ihrem Recht Gebrauch und verlangen von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag. Dieser liegt im Durchschnitt bei 1,1 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Entgelts. Abhängig von der Höhe des Einkommens macht er pro Monat im Durchschnitt zwischen 20 Euro und 40 Euro aus. Auf das Jahr hochgerechnet entstehen jedem Versicherten durch den Zusatzbeitrag also Kosten im dreistelligen Bereich, die vom Arbeitgeber nicht finanziert werden.

Völlig unklar ist derzeit aber, ob es zu einer Reduzierung der Zusatzbeiträge kommen könnte. Versicherungsexperten gehen davon aus, dass dies eher nicht der Fall sein dürfte.

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