GKV gegen PKV starker Wettbewerb

Harter Wettbewerb zwischen GKV und der privaten Krankenversicherung Der Wettbewerb zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung scheint enorm an Dynamik gewonnen zu haben. Mittlerweile scheuen sich auch einige Akteure nicht mehr davor ihre Streitpunkte in die Öffentlichkeit zu tragen. Aber auch klassische Wettbewerbsmerkmale wie die Preisgestaltung sind weiterhin wichtige Faktoren.

Preiswettbewerb Krankenversicherungen – DAK schafft den Zusatzbeitrag
Insbesondere beim Thema Beitrag gibt es kein einheitliches Bild. Dennoch kann gerade hierbei um jeden Kunden gekämpft werden. So haben sich viele gesetzliche Krankenkassen dazu entschieden den Zusatzbeitrag wieder abzuschaffen. Auch wenn dieser derzeit nicht sehr hoch ausfällt, so sendet er jedoch ein eindeutiges Signal. Als nächster großer Kandidat wird nun auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK den Zusatzbeitrag ab dem 1. April wieder abschaffen. Begründet wird dieser Schritt mit den starken Überschüssen aus 2011 (Wir berichteten: Diskussion Krankenkassen Milliardenüberschuss; 11. März 2012).

Beiträge PKV und GKV im Vergleich

Mit der Abschaffung der Zusatzbeiträge kann die DAK zunächst ein mal eine weitere positive Nachricht verkünden. Und tatsächlich sind im laufendem Jahr die Nachrichten aus dem Lager der gesetzlichen Krankenkassen recht gut. Insbesondere die hohen Überschüsse lassen nun anscheinend die GKV deutlich selbstbewusster auftreten. Im Vergleich dazu begann das Jahr 2011 praktisch mit der Pleite der City BKK (Wir berichteten: Versicherte der City BKK müssen neue Krankenversicherung suchen; 5. Mai 2011) und großen Sorgen hinsichtlich der finanziellen Stabilität der gesetzlichen Kassen. Dennoch besitzt gerade die private Krankenversicherung einen großen Vorteil bei der Preisgestaltung. So kann der Beitrag für die private Krankenversicherung sehr flexibel gestaltet werden. Damit kann die PKV praktisch deutlich günstigere PKV Tarife als auch sehr viel kostspieligere Tarife anbieten als die GKV. Damit dürfte die PKV im Preisvergleich dauerhaft im Vorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse sein, welche in der Preisgestaltung doch einige Beschränkungen besitzt.

Chance der GKV nicht genutzt

Die aktuell hohen kommunizierten Überschüsse durch die gesetzlichen Kassen besitzen einige Chancen, um gerade im Preiswettbewerb zur privaten Vollversicherung aufzuschließen. Insbesondere finanziell belastende Themen für die Versicherten, wie es die Praxisgebühr ist, hätten eine starke Signalwirkung besessen. Doch für die Abschaffung selbiger fand sich keine Mehrheit (Wir berichteten: Die Praxisgebühr bleibt trotz GKV Überschuss; 12. März 2012).

Verbale Angriffe der GKV

Statt Taten sprechen zu lassen, um damit die Menschen von den Vorteilen der gesetzlichen Absicherung zu überzeugen, hat es derzeit den Anschein, als würden einige Akteure der gesetzlichen Kassen verbale Attacken in der Öffentlichkeit vorziehen. Neustes Beispiel sind kontroverse Thesen vom Vorsitzenden des AOK-Bundesverbands Jürgen Graalmann. Dieser zeichnet ein bedrohliches Bild für die PKV und sieht dieses anscheinend als Auslaufmodell. Zuvor hatte bereits die Präsidentin des GKV-Spitzenverbandes ähnliche Äußerungen formuliert (Wir berichteten: GKV gegen PKV Diskussion; 22. März 2012). Diese Form von Wettbewerb zeugt allerdings von Hilfslosigkeit, weil anscheinend andere Mittel zu Profilierung fehlen oder nicht in Betracht gezogen werden. Insbesondere mit Blick auf die erwirtschafteten Überschüsse, ist es doch etwas verwunderlich, dass nun nur Verbal attackiert wird, statt das Preis-Leistungsniveau in seiner Gesamtheit anzugehen. Denn Taten sollten doch deutlich wirksamer sein als lautstarke Äußerungen, welche am Ende nur dazu führen, dass Versicherte Verunsichert werden.

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