GKV: Experten warnen vor voreiligem Wechsel

Merbe
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GKV-Spitzenverband: Es sei nicht ratsam, bei der Wahl des Versicherers ausschließlich auf die Höhe des Beitrags zu achten, vielmehr solle man auch die Leistungen im Auge behalten.

Pünktlich zum Jahresbeginn haben fast alle gesetzlichen Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge für 2015 festgelegt. Es ergibt sich ein durchaus heterogenes Bild, denn einige Krankenkassen arbeiten schon jetzt mit niedrigen Zusatzbeiträgen und grenzen sich dadurch von der Konkurrenz ab. Dennoch warnt das zuständige Ministerium vor einem übereilten Wechsel. Eine gute Krankenkasse sei an den Preisen und an den Leistungen zu erkennen, deshalb nützt ein günstiger Preis beispielsweise nichts, wenn eine Gesellschaft im Notfall für den Versicherten nicht zu erreichen sei.

Seit Jahresbeginn liegt der allgemeine Beitragssatz in der GKV bei 14,6 Prozent, er ist im Vergleich zum Vorjahr also um 0,9 Prozent gesunken. Die Krankenkassen können nach Belieben einen Zusatzbeitrag festlegen, dieser liegt im Augenblick zwischen 0 und 1,3 Prozent. Eine Reihe von Krankenkassen hat einen Beitrag von unter 0,9 Prozent eingeführt, um damit die Kosten für die GKV im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren.
Rund 20 Millionen Versicherte sollen derzeit nach Ansicht des Gesundheitsministeriums einen günstigeren Beitrag zahlen als im Vorjahr. Wer aufgrund eines hohen Beitrags wechseln will, sollte sich aber immer zuerst fragen, wie zufrieden man mit der eigenen Krankenkassen ist. Auch der GKV-Spitzenverband äußert sich ähnlich zu der Thematik wie das Gesundheitsministerium. Es sei nicht ratsam, bei der Wahl des Versicherers ausschließlich auf die Höhe des Beitrags zu achten, vielmehr solle man auch die Leistungen im Auge behalten.

Geht es nach Meinung von Branchenexperten, dürfte eine Wechselwelle in der GKV aufgrund der günstigeren Beiträge ausbleiben. Offenbar setzen die Versicherten verstärkt auf Zuverlässigkeit, Qualität und persönliche Erreichbarkeit. Diese Kriterien sind allerdings nicht von allen Anbietern zu erfüllen, die ausschließlich auf den Preis als Entscheidungskriterium setzen. Dennoch sei ein erhöhtes Preisbewusstsein unter den Versicherten zu erkennen. Es bleibt also abzuwarten, ob es tatsächlich zu einem verstärkten Wechsel und zu mehr Konkurrenz zwischen den Krankenkassen kommt.

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