Gesetzliche Krankenversicherung erweitert ambulante OPs

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Die gesetzlichen Krankenkassen planen stationäre Aufenthalte mehr und mehr zu vermeiden, um Kosten zu sparen.

Ambulante Operationen haben für den Patienten den Vorteil, dass man schon kurze Zeit nach dem Eingriff wieder nach Hause darf, sofern die Operation problemlos verlaufen ist. Jetzt planen die gesetzlichen Krankenkassen, stationäre Aufenthalte mehr und mehr zu vermeiden, um Kosten zu sparen. Dieses Vorhaben wurde nach einer Prüfung von Selektivverträgen bekannt, die das Bundesversicherungsamt kürzlich vornahm.

Selektivverträge sehen vor, dass einzelne Krankenassen die Versorgung ihrer Patienten unabhängig von Verbänden und Vereinigungen mit einzelnen Ärztenetzwerken regeln können. Das gibt einen größeren Freiraum bei der Versorgung, die zwar in jedem Fall angemessen ist, die aber unter Kostengesichtspunkten besonders vorsichtig bewertet werden darf. Deshalb liegt ein Schwerpunkt der Verträge beispielsweise in innovativen ambulanten operativen Eingriffen, wie das Bundesversicherungsamt jetzt mitteilte. Das erklärte Ziel der Krankenkassen ist eine Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich. So sollen Ausgaben für Leistungen reduziert werden.

Der Ansatz der gesetzlichen Kassen scheint auf den ersten Blick durchaus sinnvoll zu sein. Er könnte gleichzeitig ein Anreiz für die privaten Krankenversicherungen sein. Dennoch bleibt immer im Einzelfall zu prüfen, ob ein Eingriff und der gesundheitliche Zustand des Patienten für einen ambulanten Aufenthalt geeignet sind. Treten nach der Operation nämlich Komplikationen auf, die eine Nachbehandlung im Krankenhaus erforderlich machen, sollte der Patient innerhalb kürzester Zeit wieder stationär behandelt werden können. Somit darf sich das behandelnde Krankenhaus nicht zu weit vom Wohnort des Patienten entfernt befinden. Auch muss eine Betreuung zu Hause sichergestellt sein, die im Zweifel schnelle Hilfe anfordern kann oder einen Transport ins Krankenhaus sicherstellen kann. Nur dann kann ein ambulanter Eingriff für den Patienten ebenso risikolos verlaufen wie bei einer stationären OP. Zu beachten bleibt natürlich, dass moderne Operationsmethoden zunehmend schonender werden und einen leichteren Krankheitsverlauf ermöglichen. Deshalb bleibt im Einzelfall abzuwägen, wann ein ambulanter Eingriff die bessere Wahl ist.

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