Generali: Höhere Beiträge für die private Krankenversicherung durch Gesundheits-App?

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Foto: arbeitskreis-krankenversicherungen.de
Opposition befürchtet, dass die neuen Gesundheits-Apps nicht nur datenschutzrechtliche Probleme mit sich bringen könnten, sondern auch die Beiträge für die Versicherten in die Höhe treiben.

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Gesundheits-Apps sind in der privaten Krankenversicherung mehr und mehr auf dem Vormarsch. Jetzt stellt die Opposition eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung, denn sie befürchtet, die neuen Gesundheits-Apps könnten nicht nur datenschutzrechtliche Probleme mit sich bringen, sondern auch die Beiträge für die Versicherten in die Höhe treiben. Diese Gefahr sieht die Regierung allerdings nicht.

Ausgelöst wurde die Anfrage durch die Pläne der Generali, eine Gesundheits-App für die Versicherten zu entwickeln (Wir berichteten: Generali mit neuem Gesundheitsprogramm; 4. Dezember 2014). In den kommenden Monaten soll das Programm mit dem Namen Vitality am Markt platziert werden. Die Versicherten können ihr Verhalten mit der App festhalten. Dabei werden Vorsorgetermine dokumentiert, Schritte gezählt und gesundheitsbewusstes Verhalten dokumentiert. Im Gegenzug soll der Versicherte verbesserte Bedingungen für seine private Krankenversicherung erhalten. Von Datenschützern wird dieses Vorhaben streng kritisiert.

Die Opposition erwartet sogar Nachteile für Kunden, die die App nicht nutzen wollen und ihre Daten nicht veröffentlichen wollen. Diese Befürchtungen teilt die Bundesregierung offenbar nicht. Man gehe davon aus, dass sich die Gesellschaften an die Richtlinien zum Datenschutz halten werden. Schließlich gehe es hier um sensible Gesundheitsdaten, die nicht für jedermann zugänglich sein sollten. Die bestehende Gesetzeslage sei aber stabil genug, um keine weiteren Regelungen erforderlich zu machen.

Eine weitere Befürchtung geht in die Richtung steigender Beiträge. Schließlich könnte es passieren, dass Versicherte höhere Beiträge zahlen müssen, wenn sie sich nicht an der Sammlung der Daten beteiligen wollen. Nach Ansicht der Bundesregierung sieht das Versicherungsvertragsgesetz mit dem Paragraphen 203 abschließende Regelungen vor, wann eine Beitragserhöhung zulässig ist. Dazu gehört die Weigerung, der Datensammlung zuzustimmen, explizit nicht.

Insgesamt bleibt wohl abzuwarten, wie die neue App von den Versicherten angenommen wird. Es steht zu erwarten, dass weitere Gesellschaften dem Vorstoß der Generali folgen werden, wenn diese ihre App erst einmal auf den Markt gebracht hat. Über den Erfolg des Vorhabens dürfte am Ende der Versicherte entscheiden.

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