Forschung – Blinde Mäuse sehen wieder

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Foto: ©iStock.com/Sashkinw
Die Forscher sind der Überzeugung, dass diese neuartige Therapie auch bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) helfen könnte

An der Universität in Bern ist es den dortigen Forschern geglückt erblindeten Mäusen das Augenlicht zurückzugeben. Zellen der Netzhaut, die noch intakt waren, wurden so verändert, dass sie die abgestorbenen Lichtsensoren im Auge ersetzen konnten. Diese Nachricht bedeutet für die weltweit etwa zwei Millionen Menschen mit der vererbbaren Netzhaut-Erkrankung Retinitis pigmentosa eine große Hoffnung auf Heilung. Bei der Erkrankung sterben die Licht-Rezeptoren der Netzhaut nach und nach ab und es kommt letztendlich zur völligen Erblindung.

Mäuse, die seit ihrer Geburt an Retinitis pigmentosa erkrankt waren, ist es jetzt mit Hilfe dieser neuen Therapie gelungen wieder auf visuelle Reize zu reagieren und durch Licht ausgelöste Verhaltensmuster zu erlernen. Die Forscher haben dafür den, der Netzhaut zugeordneten Lichtschalter Melanopsin, der für unseren Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist, in die Nervenzellen der Netzhaut eingebracht.

Sie verwenden damit ein Molekül, das im Auge natürlicherweise vorkommt. Das hat zwei große Vorteile. Zum einen bleibt der normale Signalweg in den Bipolarzellen erhalten und zum anderen wird der neu zusammengesetzte Rezeptor nicht als Fremdkörper angesehen und somit wohl kaum vom Körper abgestoßen werden. Die Forscher sind der Überzeugung, dass diese neuartige Therapie auch bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) helfen könnte, an der ein Großteil der älteren Menschen ab 65 Jahren leidet.

Die Berner Wissenschaftler sehen zudem in ihrer neuartigen Therapie einen weiteren Vorteil gegenüber der anderen, bisher erprobten, Methoden, die ebenfalls darauf abzielen neue Licht-Antennen in Bipolarzellen einzufügen. Mit ihrem künstlichen Foto-Rezeptor könnten die Betroffenen wieder normales Tageslicht sehen und müssten keine, das Licht intensivierende Brille tragen. Auch solche Brillen, die dabei helfen ein gesehenes Bild umzuwandeln, wären nicht mehr notwendig. Bei diesen anderen Therapie-Ansätzen, die derzeit ebenfalls im Tiermodell erprobt werden, sind solche Brillen jedoch erforderlich.

Es wird allerdings noch eine gewisse Zeit vergehen, bis der künstliche Rezeptor am Menschen getestet werden kann.

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