Fluglärm bremst Kinder beim Lernen aus

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Aktuelle Studie zu Fluglärm: Anhand der gewonnenen Daten stellte sich heraus, dass die Schüler bei höherer Lärmbelastung deutlich langsamer lernen.

Kinder, die rund um einen großen Airport leben brauchen zum Lesen lernen mindestens einen Monat länger als andere Grundschüler. Das zeigt eine aktuelle Studie, die 85 Zweitklässler aus 29 Schulen über einen längeren Zeitraum begleitet hat. Die Kinder besuchen Schulen, die in unterschiedlicher Entfernung zum Frankfurter Flughafen liegen. Während der Unterrichtszeit wurde an diesen Schulen ein Dauerschallpegel von 39 Dezibel bis 59 Dezibel gemessen. Anhand der gewonnenen Daten stellte sich heraus, dass die Schüler bei höherer Lärmbelastung deutlich langsamer lernen. Bereits bei einer Erhöhung des Schallpegels um zehn Dezibel geraten die Kinder in einen Rückstand beim Lesen lernen der sie ungefähr um einen Monat zurückwirft. Bei einer Erhöhung um zwanzig Dezibel sind es bereits zwei Monate Rückstand. Fast alle befragten Schüler, Lehrer und Eltern fanden den Fluglärm erstaunlicherweise jedoch kaum störend.

Das Ergebnis der Studie erscheint auf den ersten Blick zwar nicht so gravierend zu sein, doch die Wissenschaftler können bisher noch nicht konkret einschätzen, wie sich der relativ kleine Lernrückstand auf die weitere Entwicklung der betroffenen Kinder auswirkt. Dem Vorsitzenden der Frankfurter Fluglärmkommission ist das Ergebnis der Studie, im Hinblick auf die Debatte um Lärmbelastung, sehr wichtig. Die hessische Landesregierung kündigte bereits wirksame Maßnahmen an. Sie ist der Ansicht, dass Der Fluglärm drastisch reduziert werden muss und die Defizite beim Lesen lernen ausgemerzt werden sollten.

Dagegen sieht der Flughafenbetreiber “Fraport” das Problem als weniger gravierend an. Er verweist darauf, dass Kinder, die wenige Kinderbücher besitzen eine Lern-Verzögerung von über drei Monaten hätten.

Die Luftfahrtwirtschaft empfindet die Studie hingegen als hilfreich und sieht die Ergebnisse als Basis für eine sachlich fundierte Diskussion an. Sie ist aber auch der Ansicht, dass man mit den bisherigen Lärmschutz-Maßnahmen generell auf dem richtigen Weg sei.

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1 Antwort

  1. Irgendwie verständlich. Wer kann schon bei Lärm lernen. Ich denke mal, dass die Ergebnisse bei Schulen neben Autobahnen und anderen Lärmquellen ähnlich sein dürften.

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