Fibromyalgie durch Stress in der Kindheit begünstigt

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Das Fibromyalgie-Syndrom kann durch Stress in der Kindheit begünstigt werden. Die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken, steigt um das Zwei- bis Vierfache.

Das Fibromalgie-Syndrom ist nur eine der zahlreichen Erkrankungen, die durch Stress in der Kindheit begünstigt werden. Das haben diverse Studien zu diesem komplexen Thema ergeben. Im Falle des Fibromalgie-Syndroms steigt die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, durch frühkindlichen Stress um das Zwei- bis Vierfache.

Die Beschwerden bei Fibromalgie sind vielfältig

Wer an Fibromalgie erkrankt, leidet meistens an einer Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden. Dazu gehören Schmerzen sowie Missempfinden im Bereich der Beine, Arme, Hände, dem Nacken und Rücken. Außerdem leiden Fibromyalgie-Patienten unter Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Depressionen, Ängsten, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, einer Reizblase, schmerzhaften Monatsblutungen oder allergischen Reaktionen.

Warum kann Stress in der Kindheit diese Beschwerden begünstigen?

Stress führt immer zu einer höheren Ausschüttung von Cortisol. Dieser Botenstoff des Immunsystems hat eine entzündungsfördernde Wirkung. Passiert das besonders in der frühen Kindheit zu häufig, kann das Schmerzempfinden ein Leben lang gesteigert werden. Es kommt dann auch dazu, dass bestimmte Botenstoffe dauerhaft vermehrt ausgeschüttet werden. Dazu gehören die Botenstoffe Interleukin-6 und TNF-α. Bei zu viel Dauerstress in der Kindheit kann es sogar soweit kommen, dass sich bestimmte Areale im Gehirn verändern. So kann der Hippocampus durch Stress abnehmen, während die Aktivität der präfrontalen Cortex gesteigert wird. Auch die Amylgada, die für die emotionale Bewertung von Erlebnisse da ist, kann sich vergrößern und hyperaktiv werden. Derartige Veränderungen können auch der Grund dafür sein, dass es später zum Fibromalgie-Syndrom kommt.

Was ist unter frühkindlichem Stress zu verstehen?

Stress in der Kindheit kann vieles sein. Es muss sich dabei nicht zwangsläufig immer um Gewalterlebnisse, Vernachlässigung oder gar Missbrauch von Kindern handeln. Bereits die längere Abwesenheit der primären Bezugsperson im ersten Lebensjahr oder die Geburt eines jüngeren Geschwisterkindes in den ersten 18 Lebensmonaten können für ein Kleinkind Stress bedeuten. Ein behindertes Geschwisterkind gehört ebenfalls oft zu den Stress-Faktoren in der frühen Kindheit. Andere Stress-Faktoren sind Trennung der Eltern, Suchtverhalten eines Familienmitglieds, ein niedriger sozialer Status der Familie oder ein insgesamt disharmonisches Familienleben.

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