Falschaussage in Krankenakte: Kaum Hilfe für Versicherte

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Foto: ©iStock.com/Alexander Chernyakov
Immer wieder beschweren sich Versicherte, die eine Lebensversicherung abschließen wollen, dass eine Krankenkasse mit gefälschten Diagnosen arbeitet.

Als eine der größten Krankenkassen in Deutschland in der letzten Woche zugab, die Diagnosen bei vielen Patienten schlechter auszustellen, als dies nach medizinischer Beurteilung nötig sei, ging ein Aufschrei durch die Versichertenwelt. Jetzt schalten sich die Versicherungsmakler ein. Sie argumentieren, dass diese Praxis im Grunde nicht neu ist. Immer wieder beschweren sich Versicherte, die eine Lebensversicherung abschließen wollen, dass eine Krankenkasse mit gefälschten Diagnosen arbeitet. Doch wie wirkt sich dieses scheinbar übliche Vorhaben auf die Versicherten aus?

Auslöser der Diskussion soll eine Aussage einer Krankenkasse gewesen sein, nach der die gesetzlichen Kassen viele Ärzte für falsche Diagnosen belohnen. Vermutet wird, dass Krankenkassen Mediziner dafür bezahlen, wenn sie einem Patienten auf dem Papier einen schlechteren Zustand bescheinigen als eigentlich nötig. Dadurch, so die Vermutung weiter, wollen die Krankenkassen mehr Geld aus dem Risikofinanzausgleich zwischen den einzelnen Kassen abrufen.

Leider geht die Krankenkasse in ihrer Aussage mit keinem Wort auf die negativen Auswirkungen dieses Vorgehens für die Versicherten ein. Wenn nämlich ein Antrag für eine Lebensversicherung gestellt wird, muss der Versicherer sich auf wahrheitsgemäße Eintragungen aus der Krankenkasse des Versicherten verlassen können. Die dort gespeicherten Angaben wird der Versicherte häufig nutzen, um die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag ordnungsgemäß zu beantworten. Dazu ist er im Sinne der vorvertraglichen Anzeigepflichten verpflichtet.

Gibt man also aufgrund der Falschaussage in der Krankenakte auch falsche Daten im Versicherungsantrag an, besteht die Gefahr der Antragsablehnung. Damit gerät der Versicherte unmittelbar in finanzielle Nöte, denn der dringend erforderliche Schutz aus einer Lebensversicherung als Altersvorsorge oder als Hinterbliebenenabsicherung kann dann nicht abgeschlossen werden. Fällt die Falschdiagnose erst nach Jahren im Leistungsfall auf, droht bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sogar die Einstellung der BU-Rente, weil der Vertrag im Nachhinein nichtig wird. Für die Versicherten ergibt sich aus dieser Praxis der Kassen also unter Umständen ein erheblicher Nachteil. Derzeit ist völlig unklar, wie man als Versicherter damit umgehen kann.

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