Facharzt muss im Fachgebiet bleiben

Recht-und-GesetzMit einem interessanten Gerichtsurteil machte das Oberlandesgericht Brandenburg kürzlich auf sich aufmerksam (Az 6 U 42/09). Ein Facharzt darf bei seinem Patienten ausschließlich Leistungen berechnen, welche in sein medizinisches Fachgebiet fallen. Wird ein Facharzt in einem angrenzenden medizinischen Gebiet tätig oder arbeitet er gar auf naturkundlicher Basis, dürfen diese Leistungen nicht in Rechnung gestellt werden.

Klage gegen Abrechnung eines Orthopäden

Im vorliegenden Fall hat der Privatpatient die erbrachten Dienste nicht zu zahlen, und auch die private Krankenversicherung muss nicht dafür aufkommen. Geklagt wurde in dem vorliegenden Fall gegen die Abrechnung eines Orthopäden, welcher eine Rechnung über naturkundliche Leistungen ausgestellt hatte. Diese musste die Patientin und mit ihr die Krankenversicherung nicht bezahlen, da sie außerhalb des Fachgebiets des behandelnden Arztes lag. Offen bleibt mit dem Urteil allerdings, ob der Arzt überhaupt berechtigt ist, solche fachfremden Leistungen zu erbringen, sofern er lediglich eine andere fachärztliche Bezeichnung führt.

Für Patienten bedeutet das Urteil vor allem eines: Sie müssen im Fall des Falles einen weiteren Facharzt konsultieren, der ergänzende Behandlungen erbringen und abrechnen darf. Nur dann besteht eine Leistungspflicht für den Versicherer, sofern der gewählte Tarif die Kostenübernahme vorsieht.

Ähnliche Themen:

Scroll to Top