Europäische KV auch in Deutschland?

Foto: ©iStock.com/Marko Skrbic

Aus dem deutschen Krankenversicherungssystem aussteigen und sich im Ausland versichern lassen: Diesen spannenden Weg schlägt Focus Money in einem aktuellen Artikel vor. Ganz legal können Versicherte nach diesem Bericht zu einem ausländischen Krankenversicherer wechseln und dort kräftig an Beiträgen sparen, ohne dabei Abstriche an der Leistung zu machen.

Ausländische Krankenversicherer und die EU-Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung

Während Versicherten bis heute suggeriert wird, dass sie nur dann Zutritt zur privaten Krankenversicherung erhalten, wenn sie komplizierte Vorbedingungen erfüllen und hohe Einkommensgrenzen überschreiten, greift seit dem 28. Dezember 2009 eine EU-Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung von Dienstleistern im Europäischen Wirtschaftsraum. Dazu zählen auch die ausländischen Krankenversicherer. Im Jahr 2011 erklärte dann das Bundesjustizministerium, dass es zur Erfüllung der Krankenversicherungspflicht schon ausreicht, dass ein Unternehmen in Deutschland mit einer Krankenversicherung und einem Geschäftsbetrieb zugelassen ist. Sofern also ein ausländischer Versicherer in der ambulanten und in der stationären Behandlung bestimmte Mindeststandards erfüllt und einen maximalen Selbstbehalt von 5.000 Euro pro Jahr anbietet, kommt dieser Tarif auch als Ersatz der deutschen Krankenversicherung in Frage.

Trotzdem bleibt für Versicherte genau zu klären, ob eine europäische Krankenversicherung in Frage kommt, denn letztlich greift hier kein Konzept der Altersrückstellung, und Angestellte erhalten keinen Zuschuss des Arbeitgebers. Deshalb ist die Anwendbarkeit der europäischen KV immer im Einzelfall zu prüfen.

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