Ernährungsempfehlungen nicht mehr zeitgemäß

landwirtschaft-anbau
Foto: ©iStock.com/jeangill
Ernährungsempfehlungen in der Kritik – Besonders kritisch werden Ratschläge zur cholesterin- und fettarmen Ernährung betrachtet.

Die heutigen Ernährungsempfehlungen werden immer widersprüchlicher, beinahe jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse in der Forschung. Da verlassen sich viele Menschen lieber auf den guten Rat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Doch auch diese Empfehlungen stehen immer mehr in der Kritik. Das behaupten jedenfalls einige Mediziner.

Häufig wird bis heute beispielsweise zu einem relativ hohen Verzehr von Kohlenhydraten geraten, aber gleichzeitig vor übermäßigem Genuss von Fett und Eiweiß gewarnt. Die neuen US-Leitlinien beinhalten diese Regeln schon lange nicht mehr, sondern warnen ausdrücklich vor zu viel Kohlenhydraten in Form von Zucker. Insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel sind heute große Herausforderungen. Bei dreißig Prozent der Deutschen kommt noch eine verminderte Wirksamkeit des körpereigenen Insulins hinzu. Das hat einen zu hohen Blutzuckerspiegel und eine Verfettung der Leber zur Folge.

Ebenso in der Kritik ist die Empfehlung den Eiweißanteil der Nahrung auf zehn bis fünfzehn Prozent zu begrenzen. Gerade ältere Menschen sollen einen höheren Bedarf an Eiweiß haben und das schon ab dem 45. Lebensjahr, denn dann verliert der Körper bereits an Muskelmasse. Durch Bettlägerigkeit oder die Einnahme von Medikamenten, die Kortison enthalten, verstärkt sich dies noch.

Noch kritischer betrachtet werden die Ratschläge zur cholesterin- und fettarmen Ernährung. Diese Empfehlungen gibt es in Amerika bereits nicht mehr. Neuste Studien sollen nämlich zeigen, dass der Verzehr von gesättigten, also sogenannten ungesunden Fetten sowie der Genuss von Eiern die Gefahr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden nicht erhöhen. Auch die Werte des guten (HDL) und schlechten (LDL) Cholesterin sollen dadurch nicht beeinflusst werden.

Das soll nun auch eine spanische Studie zeigen. Die erste Gruppe der Teilnehmer, die alle ein kardiovaskuläres Risiko hatten, ernährte sich kohlenhydratreich, aber fettarm. Die Probanden der zweiten Gruppe nahmen dagegen fettreichere Kost mit viel Olivenöl, Nüssen und Lachs, Makrele oder Kabeljau zu sich. Diese Gruppe verzeichnete dreißig Prozent weniger Herzinfarkte als die erste Gruppe. Die Resultate der Studie waren derart eindeutig, dass man sie nicht bis zum Schluss durchführen musste.

Mehr zum Thema

Quelle: www.ndr.de

ebenfalls interessant ....

1 Kommentar

  1. Bereits vor zwei Jahren (Juli 2014) wurden die „10 Regeln“ der DGE öffentlich als unhaltbar kritisiert. Damals habe ich die DGE um eine diesbzgl. Stellungnahme gebeten, stattdessen aber folgendes Schreiben erhalten:
    »Die „10 Regeln“ der DGE sind auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse erarbeitet worden. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft publiziert die DGE nur fachlich fundierte Informationen. In den Medien werden teilweise anderslautende Empfehlungen veröffentlicht, die jedoch einer seriösen Grundlage entbehren und nach denen man sich nicht richten sollte.«
    Also: Die DGE behauptet zwar „Wissenschaftlichkeit“, erklärt hier aber mit keiner Silbe, weswegen ihre eigenen Aussagen richtig resp. anderslautende Aussagen falsch sein soll.
    Ich selbst habe schon damals eine sehr fettreiche Ernährung gepflegt. Faustregel: Ca. 1,5g jeweils von KH, P und F, ergo (wegen der unterschiedlichen Energiedichte) mindestens 60% der Energiedichte aus Fetten. Maßstab ist das Wunschgewicht (d.h. soviel kg, wie man wiegen möchte), ergo bei 80kg dann jeweils 120g KH, P und F.
    Erst vor vier Monaten war ich wieder beim Check-up für die Krankenkasse. Ergebnis: unauffälliges EKG, reine Herztöne, optimale (unter 50 mg/dl) Triglyceride.
    Also so schädlich, wie die DGE es allen weismachen will, kann eine fettreiche Ernährung wohl doch nicht sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.