Entschlacken und Entgiften – Tut das dem Körper wirklich so gut?

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Fasten soll angeblich bei chronischer Müdigkeit, Depressionen, Allergien, Schmerzen, Schlaflosigkeit und Infekt-Anfälligkeit helfen.

Ist es eigentlich tatsächlich sinnvoll den Körper regelmäßig zu entgiften oder zu entschlacken und was versteht man überhaupt darunter?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich, gerade zu Beginn der warmen Jahreszeit, viele Menschen. Denn gerade jetzt, wenn der Sommer langsam naht, haben einige Zeitgenossen das Bedürfnis sich von körperlichem Ballast zu befreien und den Organismus gründlich zu reinigen. Darum beginnen sie gerne eine Fastenkur. Vielfach hört man ja, dass gerade der Darm durch Fasten von Schlacken befreit wird.

Doch das soll eigentlich überhaupt nicht notwendig sein, denn in unserem Darm sollen sich gar keine Schlacken befinden. Der Darm soll selbst für seine Reinigung sorgen und soll damit alle nicht verwertbaren Stoffe von ganz alleine ausscheiden.

Positive Effekte einer Fastenkur sind dennoch nicht ganz auszuschließen, auch wenn diese bis heute nicht eindeutig bewiesen werden können. Fasten soll angeblich bei chronischer Müdigkeit, Depressionen, Allergien, Schmerzen, Schlaflosigkeit und Infekt-Anfälligkeit helfen. Wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit gibt es aber eben derzeit noch nicht. Es liegen weder Untersuchungen noch Studien dazu vor.

Risiken, die das Fasten für unsere Gesundheit mit sich bringen könnten, werden dagegen oftmals konkret benannt. Es ist daher unbedingt ein gutes Hintergrundwissen notwendig, wenn man mit dem Fasten beginnen möchte. Sonst könnte es beispielsweise unter Umständen zu Kreislaufbeschwerden kommen. Auch Nierensteine sollen bei unsachgemäß durchgeführtem Fasten auftreten können und plötzliche Schwindelanfälle sollen ebenfalls möglich sein.

Menschen, die bestimmte Vorerkrankungen haben, stillende Frauen, Schwangere und Kinder sollten auf gar keinen Fall eine Fastenkur durchführen.

Viele Zeitgenossen schwören trotz aller Warnungen auf die positive Wirkung einer Fastenkur. Sie begründen dies mit dem veränderten und schlechten Körpergeruch, der beim Fasten auftreten kann und haben auch das subjektive Gefühl, dass der Kopf klar wird und eine gewisse Euphorie eintritt.

All diese Anzeichen können jedoch auch nur eine ganz natürliche Reaktion des Körpers sein, der Hunger hat. So kann die auftretende Euphorie lediglich ein Schutzmechanismus sein, der dem Körper ein gutes Gefühl vermitteln soll, obwohl es nichts zu essen gibt.

Ein wesentlicher und guter Grund für eine Fastenkur ist, nach Meinung der Wissenschaftler, ein daraus resultierendes Überdenken des bisherigen Lebensstils, um dadurch schlechte Gewohnheiten hinsichtlich der Ernährung zu ändern und somit den Einstieg in eine gesunde Lebensweise zu schaffen.

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Quelle: www.t-online.de

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