Empathie ist erlernbar

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Studie: Empathie kann erlernt werden

Die Grenzen sind zwischen Narzissten, Psychopathen und Soziopathen nur schwer zu ziehen, eines aber haben diese unerfreulichen und manchmal kriminellen Zeitgenossen gemeinsam: Sie interessieren sich ausschließlich für sich selbst und lassen jedes Mitgefühl vermissen. Am 31.05.2014 veröffentlichten nun britische Psychologen im Personality and Social-Psychology Bulletin das überraschende Ergebnis einer Studie, die nahelegt, dass auch solchen Personen Empathie beigebracht werden kann – wenn sie nicht im klinischen Sinne krank vor Narzissmus sind.

Studienteilnehmer und Art der Studie

Die Forscher der Universität Surrey (Leitung: Erica Hepper) befragten hierzu 300 Freiwillige mit zwar starken, aber subklinischen narzisstischen Zügen. Es handelt sich um per definitem gesunde und oft erfolgreiche Menschen, denen jedoch Empathie nachweislich abgeht. Das ist sogar eine Grundlage von Erfolgen auf Führungspositionen, denn wer keine Rücksicht nimmt, kann in bestimmten Konstellationen sehr effizient arbeiten (das ist kein Automatismus und funktioniert Gott sei Dank nicht überall). Abzugrenzen ist der immer häufiger auftretende subklinische und vermutlich erworbene Narzissmus vom klinischen Narzissmus, der als Krankheit definiert ist und zu großen Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung führt. Subklinische Narzissten verhalten sich allerdings in vielen Situationen adäquat, im Verlaufe der Studie wurden ihnen Sequenzen von Trennungsfolgen für Menschen vorgespielt, die sie messbar nicht berührten. Selbst häusliche Gewalt ließ sie kalt – bis man ihnen nahelegte, sich intensiv in die Opferrolle hineinzuversetzen. In diesem Moment erwachte die Empathie, was die Forscher auch durch veränderte physiologische Parameter nachwiesen. Sie schlossen daraus, dass Empathie durchaus erlernt werden kann und dass die entsprechende Vermittlung möglicherweise gesellschaftlicher Konsens werden müsse.

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