E-Zigarette oder Tabakerhitzer

E-Zigarette oder Tabakerhitzer
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Wird der Tabakerhitzer die E-Zigarette verdrängen? E-Zigarette oder Tabakerhitzer.

Philip Morris ist ein großes Unternehmen, das beim Thema Rauchgenuss natürlich gerne die Nase vorn haben möchte und mit Innovationen seine Kunden überzeugen will. Dies versucht das Unternehmen nun mit dem Slogan „heat not burn“, einer Alternative zur E-Zigarette zu erreichen. Anstelle eines tabakfreien Liquids wird hierbei ein Tabakstift erhitzt. Kann dadurch etwas für die Gesundheit des Rauchers verbessert werden?

E-Zigarette oder Tabakerhitzer: Untersuchung des BfR zum Tabakerhitzer

Wie das Portal www.aerzteblatt.de berichtet, wurden die Emissionen der Tabakerhitzer (THS = tabacco heating-systems) seit Oktober 2017 auch durch das „Bundesinstitut für Risikoforschung“ (BfR) wissenschaftlich näher unter die Lupe genommen. Die dabei entstehenden flüchtigen, organischen Substanzen und Carbonylverbindungen seien nach wie vor als mutagen einzustufen, so die ersten Ergebnisse dieser systematischen Untersuchungen, die Anfang Dezember 2017 auf der „15. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle“ am „Deutschen Krebsforschungszentrum“ (DKFZ) in Heidelberg vorgestellt wurden.

Mit IQOS von der Firma „Philip Morris International“ (PMI) ist inzwischen der erste Tabakerhitzer auf dem deutschen Markt. Während bei E-Zigaretten eine flüssige Mischung aus Glyzerin, Propylenglykol und meistens auch Nikotin erhitzt wird, werden bei dem batteriebetriebenen IQOS Tabakstifte auf bis zu 350 Grad Celsius erhitzt, um die nikotinhaltigen Emissionen über ein Mundstück zu inhalieren.

Die Tabakindustrie hat bereits Studien zu ihren neuen Produkten vorgelegt. Da diese aber bislang von industrieunabhängiger Seite fehlen, hat sich das BfR zunächst für eine vorläufige eigene Risikobewertung von THS entschieden. Diese neueren Untersuchungen wurden im Abrauchlabor des „Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts“ (CVUA) in Sigmaringen durchgeführt.

Tabakerhitzer im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten

Vergleicht man die Emissionen mit handelsüblichen Zigaretten, so enthalten diese in der Tat 80 Prozent weniger krebserregendes Formaldehyd und sogar 90 Prozent weniger Acetaldehyd. Noch bemerkenswertere Reduktionen konnten bei Benzol und Butadien erreicht werden, die den leicht flüchtigen, organischen Substanzen angehören (VOC).

Dennoch kann vorerst kein „grünes Licht“ für eine ernst gemeinte Empfehlung dieser Produkte herausgegeben werden, denn auch die deutlich geringeren Emissionen der Tabakerhitzer sollen immer noch mutagen sein. Ob und in welchem (individuellen) Fall solche Tabakerhitzer für eine Rauchentwöhnung geeignet sind, ist stets vom Arzt zu entscheiden. Das BfR wird jedenfalls seine Untersuchungen im Jahre 2018 weiter fortsetzen, um dann noch Ergebnisse hinsichtlich der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe sowie tabakspezifischer Nitrosamine vorlegen zu können.

E-Zigarette oder Tabakerhitzer: Vorteile für die Elektro Zigarette

Es zeichnet sich ab, dass die tabakfreie E-Zigarette vergleichsweise mit den geringsten Risiken belastet ist, vorausgesetzt, der Dampf der E-Zigarette ist bei sachgemäßem Gebrauch nicht überhitzt. Für die neueren Varianten mit stärkeren Verdampfern ist diese relativierende Aussage noch nicht gesichert. Ein wichtiger Aspekt, der noch eingehender Untersuchung bedarf, ist die mögliche Beeinträchtigung des Immunsystems durch THS. Erste „in vivo“-Daten weisen auf einen solchen bedenklichen Zusammenhang hin.

Risikoreduzierte Tabakprodukte haben für die Gesellschaft insgesamt nur dann einen Nutzen, wenn dadurch nicht Nichtraucher zu neuen Konsumenten gemacht werden. Genau hier wird Philip Morris, insbesondere mit Bezug zu den Werbebotschaften für IQOS, kritisiert. Im Besonderen wird dem Konzern vorgeworfen mit Slogans wie „Discover“, „Neue Art, Tabak zu genießen“ und „Das ändert alles“, junge Menschen dazu zu bewegen, nun doch einmal das Rauchen zu probieren.

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Quelle: www.aerzteblatt.de

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1 Antwort

  1. Ich finde diese „Tabakkokler“ kann man mit einer E Zigarette (also Liquid ) überhaupt nicht vergleichen.
    Wenn der Tabakerhitzer schon 90% weniger schädlich ist, wie ist dann bei Verdampfen, 99%?
    Die Iqos hat wenigstens noch was mit Tabak zu tun, die Dampfen jedoch überhaupt nicht mehr.
    Iqos wird sich meiner Meinung nicht durchsetzten.

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