Der neue Hirnschrittmacher – Hilfe für viele Menschen

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Neurowissenschaftler der Universitätsklinik Düsseldorf arbeiten derzeit an einem wirksameren und schonendem Impulsgeber.

Die Neurophysiologen haben in Tübingen getagt. Dabei wurde auch ein adaptiver Hirnschrittmacher vorgestellt. Er sendet seine Impulse ganz gezielt. Das soll wirksamer und schonender sein. Besonders Parkinson-Erkrankte und Epilepsie-Patienten profitieren davon, wenn Impulse gezielt in die Hirnfunktionen eines Menschen eingreifen. Unerwünschte Nebenwirkungen können dadurch auf ein Minimum reduziert werden. Der Leidensdruck soll sich somit erheblich mindern lassen.

Bisher arbeiten Hirnschrittmacher mit Elektroden, die tief im Gehirn eingesetzt werden. Durch ihre ständigen Impulse werden auch die elektrischen Potenziale der umliegenden Nervenzellen moduliert. Das führt zwar zu einer Linderung der unangenehmen Symptome, löst aber auch andere unerwünschte Nebenwirkungen aus.

Neurowissenschaftler der Universitätsklinik Düsseldorf arbeiten derzeit an einem wirksameren und schonendem Impulsgeber. Der adaptive Hirnschrittmacher setzt seine Elektroden ganz gezielt ein, ist dadurch bis zu 30 Prozent wirksamer und reduziert unangenehme Nebenwirkungen. Neben seiner Aufgabe als Impulsgeber leitet der neue Hirnschrittmacher gleichzeitig auch die Aktivitäten der erkrankten Hirnregionen ab und zeichnet sie auf. So wird nur dann ein Impuls von ihm abgegeben, wenn störende Nervenreize entstehen.

Auch wenn der adaptive Hirnschrittmacher derzeit nur wenigen Patienten weltweit zur Vergügung steht, rechnet die Forschung damit, dass diese Methode innerhalb der nächsten fünf Jahre verfügbar sein wird.
Auf dem Kongress wurde außerdem ein neuer Ansatz bei Operationen am Gehirn präsentiert. Künftig könnte es möglich werden, mit Hilfe der hochauflösenden Elektroenzephalografie (EEG) bis auf den Zentimeter genaue Operationen am Gehirn von Epileptikern durchzuführen. Das wird durch eine deutlich präzisere Bildgebung möglich, die ein Entfernen von krankem Hirngewebe erleichtert und gleichzeitig schädliche Auswirkungen auf das gesunde Gewebe reduziert.

Auf dem Tübinger Kongress, der von annähernd 1200 Forschern besucht wurde, ging es auch um die Genetik bei der Epilepsie. Mit über 600.000 Betroffenen gehört die Epilepsie in Deutschland zu den häufigsten, neurologischen Erkrankungen. Meistens beruht sie auf einem Gendefekt. Man kennt bis heute etwa 400 Gene, die in defektem Zustand eine Epilepsie auslösen können. Heute kann man innerhalb weniger Wochen, dank einer Gensequenzierung des Erbgutes, feststellen ob ein Defekt in einem dieser Gene vorliegt. So lassen sich dann gezielt wirkende Medikamente verordnen.

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