Depressionen stationär behandeln: Ein neuer Jugend-Trend?

maedchen-lacht
Psychische Leiden werden bei jungen Patienten heute offenbar zügiger erkannt als noch vor einigen Jahren

Kostenloser Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung>>

Psychische Erkrankungen werden bei jungen Menschen heute offenbar schneller und zuverlässiger erkannt als noch vor wenigen Jahren. In der Folge steigen die stationären Behandlungen gravierend an. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK) hervor. Ungeachtet dessen werden Depressionen bei Kindern und Jugendlichen immer noch viel zu häufig übersehen oder falsch diagnostiziert.

Die DAK belegt ihre Aussage unter anderem mit Zahlen aus Baden-Württemberg. Dort seien im Jahr 2000 insgesamt 216 junge Patienten im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen Depressionen oder anderen psychischen Leiden mit einem stationären Aufenthalt behandelt worden. Im Jahr 2012 lag die Zahl der behandelten jungen Patienten bereits bei 1375. Über 66 Prozent der Patienten sind Mädchen oder sehr junge Frauen, argumentiert die Kasse anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamts. Ein Grund könnte nach Ansicht der Kasse auch sein, dass Depressionen und psychische Leiden heute nicht mehr zwangsläufig als Makel angesehen werden.

Auf den ersten Blick mögen solche Zahlen positiv klingen. Junge Patienten werden demnach häufiger sehr sorgfältig untersucht, wenn der Verdacht auf psychische Leiden im Raum steht. Auch wird im Zweifel schneller mit einem stationären Aufenthalt behandelt, um die Erkrankung wieder in den Griff zu bekommen. Doch es bleibt die Frage, ob Depressionen bei Jugendlichen lediglich schneller und zuverlässiger erkannt wurden oder ob die Zahl tatsächlich stark zugenommen hat. Auf diese offenen Punkte kann die Untersuchung keine Antwort geben. Somit bleibt unklar, ob junge Leute heute wirklich verstärkt unter Depressionen leiden. Ebenso ist offen, wie mit diesem Ergebnis aus medizinischer und psychologischer Sicht umzugehen ist. Hier haben Medizin und Forschung noch einen längeren Weg vor sich. Klar bleibt allerdings, dass allein der Umstand, dass junge Leute verstärkt stationäre Hilfe in Anspruch nehmen müssen, um von Depressionen geheilt zu werden, sehr zu denken geben sollte.

Mehr zum Thema

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.