Demenz: Unlösbares Problem für Krankenhäuser

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In einem jetzt veröffentlichten „Pflege-Thermometer“ des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung wurde deutlich, dass in Zukunft mit einem weiteren starken Anstieg der Demenzkranken gerechnet werden muss.

Die letzte Pflegereform sollte helfen, an Demenz erkrankte Menschen besser zu betreuen. Doch immer mehr stellen diese Patienten die Kliniken vor ein enormes Problem. In einem jetzt veröffentlichten „Pflege-Thermometer“ des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung wurde deutlich, dass in Zukunft mit einem weiteren starken Anstieg der Demenzkranken gerechnet werden muss. Im Jahr 2000 lag der Anteil der Patienten über 75 Jahren mit stationärer Behandlung noch bei 18 Prozent, doch im Jahr 2012 machte dieser Teil bereits 25 Prozent aus. Auf diese Herausforderung sind die Kliniken derzeit kaum vorbereitet.
Allerdings ist klar, dass die tatsächliche Zahl der Patienten mit Demenz im Krankenhaus häufig nicht zu ermitteln ist. Wer nämlich wegen eines Knochenbruchs oder einer Herzerkrankung in der Klinik ist, wird selten auf eine Demenz als weitere Diagnose untersucht. Deshalb wird eine Demenz auch erst im Lauf des Klinikaufenthalts festgestellt. Aufgrund dieser Zahlen geht das Institut deshalb davon aus, dass knapp 25 Prozent der Patienten an Demenz leiden. Aus der Praxis berichten die Ärzte dann auch, dass kaum eine Schicht vergeht, in der keine Patienten mit der gefürchteten Erkrankung behandelt würden.

Angesichts dieser Zahlen wird in der Studie ein weiteres Problem offensichtlich. In der unbekannten Umgebung verlieren viele Demenzpatienten die Orientierung. Sie möchten die Klinik verlassen und können bei Diagnosen, Behandlungen oder bei der Körperpflege nicht mehr selbst aktiv werden. Zeit, Zuwendung und Beaufsichtigung kann ihnen das medizinische Fachpersonal nicht geben. Hinzu kommt, dass die Versorgung der demenzkranken Patienten in der Nacht völlig unzureichend sichergestellt ist, und auch an den Wochenenden werden viele Kranke nicht entsprechend ihrer Erkrankung behandelt.

Aus der Studie wird deutlich, wie schwierig die Situation in deutschen Krankenhäusern zunehmend werden muss. Es bleibt zu hoffen, dass für die Patienten im Zug der nächsten Pflegereform hier noch weitaus mehr getan wird als eine unzureichende Pflegegeldleistung bei beginnender Demenz.

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