Demenz-Gipfel: Keine bahnbrechenden Überraschungen

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Versprechungen, Absichtserklärungen, vage Zusagen: Das ist die düstere Bilanz nach dem Demenzgipfel der G8-Länder in London.

Tatsächlich wurde dort durchaus erkannt, dass Demenz ein weltweites Problem ist, das die Industrienationen zunehmend belastet. Doch obwohl der Gipfel von politischer Seite aus durchaus hochrangig besetzt war, ist mit wegweisenden Taten in Zukunft wohl eher nicht zu rechnen.

Natürlich ist man sich auf dem Gipfel einig, dass die Versorgung von Demenzkranken durch ein flächendeckendes Angebot sichergestellt werden muss. Auch sollen die pflegenden Angehörigen besser unterstützt werden. Und sogar eine intensive Förderung der Forschung scheint dringend erforderlich, damit der Krankheit aus medizinischer Sicht die Stirn geboten werden kann. Schließlich müsse man jede Chance nutzen, um den Verlauf der Krankheit zu verzögern und zu lindern.

Doch mehr ist offenbar von Seiten der Politik nicht zu erwarten, und in der gleichen Veranstaltung vor 16 Jahren wurden genau die gleichen Versprechungen gegeben, die bisher kaum Erfolge brachten. Offenbar sind die Defizite heute weitgehend identisch mit den Versäumnissen aus dem Jahr 1997.

Lediglich die Aufmerksamkeit dürfte sich zwischenzeitlich verstärkt haben, weiß man doch heute um die Bedeutung der Krankheit und um ihre Auswirkung für die Gesellschaft. Das allerdings heißt noch lange nicht, dass auch gehandelt wird, wie der Blick auf die Ergebnisse des Gipfels deutlich zeigt.

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass private Vorsorge dringend erforderlich ist, wenn man im Pflegefall aufgrund einer beginnenden Demenz gut versorgt sein will. Gerade deshalb ist eine zusätzliche private Pflegeversicherung so wichtig, denn nur, wer privat vernünftig vorgesorgt hat, wird bei Eintritt der Krankheit wirklich die Chance haben, angemessen versorgt zu werden. Diese Überzeugung dürften die Ergebnisse des Gipfels erneut untermauert haben. Wer seinen Angehörigen im Pflegefall nicht zur Last fallen will, muss frühzeitig und umfassend Vorsorge treffen, damit eine stationäre Betreuung im schlimmsten Fall allein aus finanziellen Gründen überhaupt machbar ist.

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