Debeka: Geheimrezept neuer Verhaltenskodex?

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Wo Licht ist, ist auch Schatten, besagt ein deutsches Sprichwort – und in dieser Woche ist es die Debeka, die als Branchenprimus in der privaten Krankenversicherung auf den Wahrheitsgehalt solcher Sprichworte hinweist.

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In der vergangenen Woche war ans Licht genkommen, dass sich der Top-Versicherer regelmäßig mit Adressen von potenziellen Kunden versorgen lässt, um diese gezielt mit PKV-Angeboten anzusprechen. Jetzt hat die Gesellschaft einen schärferen Verhaltenskodex für ihre 17.000 Mitarbeiter eingeführt. Ob dieser aber hilft, den Handel mit Adressen einzudämmen, bleibt abzuwarten.

Die Debeka gilt bei Experten der Branche als einer der besten PKV-Versicherer auf dem deutschen Markt. Die Geschäftszahlen sind sehr solide, die Finanzlage ist stabil, der Kundenservice liegt auf einem hohen Niveau. Regelmäßig wird die Gesellschaft als bester PKV-Versicherer ausgezeichnet, sie nimmt in allen unabhängigen Ratings einen der vorderen Plätze ein. Doch in der vergangenen Woche kam ans Licht, dass in den 1980er und 1990er Jahren Mitarbeiter des Vertriebs die Adressen von potenziellen Kunden erworben hatten. Die Sensibilität für eine datenschutzrechtliche Relevanz fehlte zum damaligen Zeitpunkt offenbar völlig. Nach eigener Aussage lehnte die Debeka Geschäftsverbindungen mit solchen Adresshändlern schon damals ab.

Der neue Verhaltenskodex sei deshalb eine folgerichtige Weiterentwicklung dieser Politik. Die neue Betriebsvereinbarung beinhaltet die Themen Datenschutz, IT-Sicherheit und Nichtdiskriminierung, hinzu kommen sogar die Bereiche Bestechung und Korruption. So dürfen Sachgeschenke nur bis zu einem Wert von 25 Euro angenommen werden, Einladungen zu Veranstaltungen von Privatpersonen sind verboten. Ganz sicher ist der Ansatz nicht schlecht, und er ist in der Branche offenbar dringend notwendig. Versicherte der Debeka sollten sich dadurch allerdings nicht verunsichert fühlen, und auch potenzielle PKV-Wechsler müssen nicht beunruhigt sein.

Die Basis einer fundierten Entscheidung für einen privaten Krankenversicherer sollte immer noch ein unabhängiger Tarifvergleich sein, der mit den Ratings der großen Analysehäuser Assekurata, Franke und Bornberg und Morgen und Morgen kombiniert werden darf. Hier schneidet die Debeka nach wie vor hervorragend ab. Der neue Verhaltenskodex mag zeitgemäß sein, doch für den Versicherten sollte er auf der Suche nach einem soliden Preis-Leistungs-Verhältnis nicht allein ausschlaggebend sein.

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