Das Potenzial von Geschwisterbeziehungen

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Studie zu Geschwisterbeziehungen – Die längste Beziehung des Lebens übersteht in der Regel alle Brüche.

Eine aktuelle Studie aus München belegt das große Kapital, das in Geschwisterbeziehungen steckt. Der Entwicklungspsychologe Hartmut Kasten hat mehrere Hundert Geschwisterpaare unterschiedlichster Altersgruppen dazu befragt, wie sich ihre Beziehung über Jahre und Jahrzehnte entwickelt hat. Das Fazit: Die längste Beziehung des Lebens übersteht in der Regel bis zum Tod alle Brüche.

Große Gefühle trotz großer Entfernung

Geschwister lieben und hassen sich leidenschaftlich, auch wenn sie sich zeitweilig – meist etwa zwischen dem 30. bis 55. Lebensjahr – (fast) aus den Augen verlieren. In diesen Lebensjahren gründen sie Familien und sind mit der Karriere beschäftigt, Bruder und Schwester trifft man/frau bestenfalls noch bei Familienfeiern und oft nicht einmal alljährlich. Die neue Mobilität tut das Ihrige, viele Geschwister leben weit voneinander entfernt. Das beendet jedoch keinesfalls die Geschwisterbeziehung, so der Münchner Familienforscher Kasten, denn: Die gemeinsame Kindheit bleibt als lebenslanges Band untrennbar erhalten.

Der Segen im Alter

Die unterschwellig fortbestehenden Beziehungen erweisen sich im Alter als Segen, spätestens mit dem Tod eines Elternteils. Der Wunsch nach familiärer Nähe flammt wieder auf, ein Kreis schließt sich. Neue Konflikte sind indes programmiert, denn nun geht es um die gemeinsame Sorge um das zurückgebliebene Elternteil und später oft ums Erbe. Dann zählt wiederum die Kindheit, wie aus der Münchner Studie hervorgeht: Je besser sich die Geschwister einst vor vielen Jahrzehnten verstanden haben, desto eher arrangieren sie sich im Alter.

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