Darm trifft Psyche

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Foto: ©iStock.com/Tempura
Sollte sich bestätigen, dass eine schlechte Stimmungslage, Antriebslosigkeit und ein Hang zur Depression nicht nur im Kopf festgelegt werden, sondern auch im Darm, wäre das eine Sensation.

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Der Darm kann bedeutend mehr als nur Nahrung verarbeiten. In ihm befinden sich siebzig Prozent des Immunsystems und die Darmwand ist mit einem Nervengeflecht durchzogen, das viel mehr Zellen besitzt als das Rückenmark. Im Darm leben bis zu 1000 verschiedene Arten von Bakterien. Nun glauben Forscher, dass diese Bakterien für die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Allergien und Rheuma verantwortlich sein könnten. Sie haben sogar Einfluss auf unser Körpergewicht und bestimmen mit welcher Portion Optimismus wir uns dem täglichen Leben stellen.

Sollte sich bestätigen, dass eine schlechte Stimmungslage, Antriebslosigkeit und ein Hang zur Depression nicht nur im Kopf festgelegt werden, sondern auch im Darm, wäre das eine Sensation.

Eine vor kurzem durchgeführte Studie am Menschen erhärtet diese Vermutung. Man gab einer Gruppe Frauen einen Monat lang täglich probiotischen Joghurt zu essen. Bei den anschließenden Untersuchungen zeigte sich in bestimmten Hirnregionen der Frauen eine deutlich schwächere Reaktion auf negative Ereignisse.

Die Darmflora und insbesondere der Vagusnerv, der wie eine direkte Leitung aus dem Bauch in das Gehirn gelangt, sind dafür verantwortlich. Der Vagusnerv sorgt also dafür, dass der Kopf Informationen aus dem Darm erhält. Diese Informationen werden vom Gehirn dort verarbeitet, wo Emotionen produziert werden, nämlich im limbischen System.

So wie es scheint nutzen auch die Mikroben den Vagusnerv, um vom Darm zum Hirn zu gelangen. Studien zeigen, dass man seltener und weniger intensiv erkältet ist, wenn man Probiotika zu sich nimmt. Daraus lässt sich schließen, dass dies auch für andere Infekte gilt. Vermutlich lässt sich aber auch das Essverhalten durch Laktobazillen beeinflussen. Denn die Darmbakterien helfen intensiv bei der Verdauung. Auch die Bildung von Hormonen, wie Serotonin, wird durch Probiotika beeinflusst. Serotonin macht satt und zufrieden. Doch es gibt wohl geschlechtsspezifische Unterschiede, daher müssen Forscher erst einmal heraus finden, ob diese Ergebnisse auch für den Mann gelten.

In welcher Form man diese darmfreundlichen Bakterien, wie etwa Laktobazillen oder Bifidobakterien, zu sich nimmt ist nicht egal. Ein Milchprodukt ist Kapseln und Pulver vorzuziehen, denn der Joghurt schützt die in ihm enthaltenen Bakterien vor der Magensäure.

Übrigens:
Nicht nur probiotische Joghurts enthalten diese Bakterien. Auch in Buttermilch, Kefir und Sauerkraut findet man sie.

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