Continentale kritisiert Pflege-Bahr

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Die Continentale argumentiert derzeit, dass die Pflege-Bahr auf ein Grundproblem der privaten Krankenversicherung hinweist und deshalb kaum tragbar sei.

Erst im vergangenen Jahr war die staatlich geförderte Pflege-Bahr als Unterstützung zur Pflege-Pflichtversicherung auf den Markt gekommen. Jetzt übt ausgerechnet ein Krankenversicherer scharfe Kritik an der Förderpflege. Die Continentale argumentiert derzeit, dass die Pflege-Bahr auf ein Grundproblem der privaten Krankenversicherung hinweist und deshalb kaum tragbar sei. Obwohl bereits seit einem Jahr am Markt, kommt die Kritik aus den Reihen des privaten Krankenversicherers erst jetzt ans Licht. So argumentiert der Vorstand der Continentalen, dass die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung nicht zu den Prinzipien der privaten Krankenversicherung passe.

Am liebsten möchte sich der Versicherer aus Dortmund solchen Trends verweigern. Dabei ist die Motivation des Gesetzgebers im Grunde recht löblich, mit der Einführung der geförderten Pflege-Bahr einen Anreiz zu mehr Eigenvorsorge in der Pflegeversicherung zu schaffen. Allerdings müssen die Pflegekassen dabei auf eine Gesundheitsprüfung und auf Risikozuschläge verzichten. Das bedeutet, ihnen entgeht eine wichtige Einnahmequelle, denn jeder Antrag muss angenommen werden. Geht es nun nach der Einschätzung der Continentalen, widerspricht genau diese fehlende Selektionsmöglichkeit der Förderpflege dem Grundprinzip der privaten Krankenversicherung. Es scheint kaum vorstellbar, dass die Pflege-Bahr versicherungstechnisch wirtschaftlich kalkuliert ist. Vielmehr sehe es danach aus, als sollte sich hier ein Verlustgeschäft für die Krankenversicherer entwickeln.

Die Continentale wird deshalb keine Förderpflege anbieten. Lieber möchte man eine neue Pflegetagegeldversicherung auf den Markt bringen. Diese entspricht dem Geschäftsmodell des Versicherers, weil man davon ausgeht, dass eine risikogerechte Kalkulation der Beiträge durchgeführt werde. Mit dem Annahmezwang und dem Verzicht auf Risikozuschläge nach dem Prinzip der Pflege-Bahr entstehe dagegen ein Grundproblem der PKV: Sie entspricht immer mehr einem Bestandteil der Sozialpolitik. Damit sei der Versicherer nicht glücklich und wolle sich deshalb nicht jedem Trend vorbehaltslos öffnen. Andere Gesellschaften wie die Debeka gehen hier einen anderen Weg und öffnen sich den neuen Trends mit einer Annahmegarantie für Angestellte beim erstmaligen Wechsel in die private Krankenversicherung.

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