Cannabis Kostenübernahme: Krankenkassen zweifeln

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Foto: ©iStock.com/Sashkinw
Krankenkassen weigern sich die Kosten für eine Cannabistherapie zu erstatten, da sie den Nutzen der Cannabistherapie anzweifeln.

Durch eine Gesetzesänderung ist für das Verschreiben von Cannabis auf Rezept keine Ausnahmegenehmigung mehr nötig. Bei einigen Beschwerden, darunter multiple Sklerose, Fibromyalgie oder Neuropathien, dürfen Ärzte nun regulär Cannabis verordnen. Die Patienten können dieses legal mit einem Rezept in der Apotheke erwerben. Weiterhin sind die Krankenkassen nun verpflichtet, die Kosten für eine Cannabistherapie zu übernehmen. An dieser Stelle ergeben sich zurzeit jedoch Probleme – wie auf dem Nachrichtenportal zeit.de zu lesen war, weigern die gesetzlichen Krankenkassen sich, die Kosten zu erstatten, da sie den Nutzen der Cannabistherapie anzweifeln.

Die Bundesregierung gab indes eine neue Studie bezüglich der Wirksamkeit von Cannabis und Cannabisprodukten in Auftrag. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen begrüßte diesen Schritt ausdrücklich und will die Übernahme der Therapiekosten von den Ergebnissen der neuerlichen Studie abhängig machen. Momentan geht das Gesetz von monatlichen Therapiekosten von durchschnittlich 540 Euro aus.

Medizinischer Einsatz von Cannabis

Der medizinische Einsatz von Cannabis bzw. Cannabisprodukten wurde bereits seit längerer Zeit diskutiert. Bereits vor dem März war es mit einer Ausnahmegenehmigung möglich, Cannabisprodukte in der Apotheke zu erwerben. Etwa 1.000 Bürger verfügten über eine solche Genehmigung. Die Wirkung bestimmter Bestandteile des Cannabis gilt bereits heute als gut erforscht. Der Stoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), der auch für die Rauschwirkung der Pflanze verantwortlich ist, lindert erwiesenermaßen Krämpfe bei multipler Sklerose und wirkt schmerzstillend. Besonders bei chronischen Schmerzen, die aus Nervenschäden resultieren, ist THC gut wirksam. Weiterhin ist über den Stoff Cannabidiol (CBD) bekannt, dass er entzündungshemmend und entspannend wirkt. Ein weiteres Gebiet, in dem Cannabisprodukte bereits seit längerer Zeit eingesetzt werden, ist die Onkologie. Krebspatienten werden Cannabisprodukte verabreicht, da diese die zum Teil schweren Nebenwirkungen der Krebsmedikamente lindern.

Die bei der Bundesopiumstelle in Auftrag gegebene Studie soll in den nächsten fünf Jahren Daten zur Cannabistherapie analysieren und die Wirksamkeit weiter erforschen. Erst dann wird sich zeigen, ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Cannabistherapie dauerhaft übernehmen werden.

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