Burnout bei Pflegepersonal auf dem Vormarsch

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Es ist das System und die Belastung, die selbst ambitionierte Pflegekräfte an ihre Grenzen bringen soll.

Unzählige Altenpfleger in Deutschland leiden an Burnout. Es ist das System und die Belastung, die selbst ambitionierte Fachkräfte an ihre Grenzen bringen soll. In einem jetzt veröffentlichten Zeitungsbericht wird deutlich, wie der Heimalltag aussieht und wie stark er in der Praxis von der Theorie der Ausbildung abweicht. Der Artikel lässt aufhorchen, denn er macht deutlich, dass das deutsche Pflegesystem schon heute an seine Grenzen gerät.

In der Ausbildung lernen sie Entspannungstechniken für alte Menschen, sie erproben die Stimulation durch Geruch, Geschmack und Geräusch. Doch spätestens beim ersten Einsatz in der Praxis stoßen die jungen Pflegekräfte auf Umstände, die weniger mit ihrer theoretischen Ausbildung gemein haben. Das wahre Berufsleben trifft sie umso härter, je mehr Ehrgeiz sie in den theoretischen Teil gesteckt haben. Das zumindest ist der Eindruck, der nach einem Blick in das gerade veröffentlichte Buch „Jeder pflegt allein: Wie es in deutschen Heimen wirklich zugeht“ entsteht.

Auszüge aus dem Buch wurden gerade in mehreren Medien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Psychische Erkrankungen unter Pflegekräften nehmen nach neuen Studien deutlich zu. Schon das Einkommen einer Pflegekraft gilt als gering. Durchschnittlich 3.600 Euro brutto verdient ein Arbeitnehmer in Deutschland. Das Einkommen einer Pflegekraft liegt mit 2.200 Euro mehr als 30 Prozent darunter. Altenpfleger verdienen sogar noch etwas weniger, und das Einkommen schwankt regional stark. So verdient man als Frau in den neuen Bundesländern erheblich weniger und muss außerdem Teilzeit arbeiten.

Dass es den Fachkräften an Wertschätzung mangelt, ist vor diesem Hintergrund mehr als verständlich. Hinzu kommt der enorme Stress, der von den meisten Pflegern beklagt wird. Mangelnde Zeit für die Patienten und ein hoher Zeitdruck sind die häufigsten Kritikpunkte. Rund 12.000 offene Stellen sind allein im März 2016 bei der Arbeitsagentur gemeldet. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen für die Probleme der Branche in Zukunft gefunden werden.

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1 Kommentar

  1. Hallo

    Wir haben das auch schon bemerkt. Pflegekräfte werden immer weniger und somit müssen weniger Pflegekräfte die Arbeit der anderen auffangen. Teilweise fällt mir das auch in vielen Seniorenresidenzen auf. Hier muss Abhilfe her.

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