Bürokratie mindert Leistungen der Pflegeversicherung

Folgt man der aktuellen Berichterstattung in den Medien, ist eine Reform der Pflegeversicherung derzeit in vollem Gang. Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung besteht allerdings noch an einer ganz anderen Stelle dringender Handlungsbedarf, denn offenbar machen allein die bürokratischen Aufwände bei der Pflegeversicherung rund 13 Prozent der Ausgaben aus.

Lohn- und Sachkosten bei der Pflege
Nach ihren Angaben liegen die Lohn- und Sachkosten bei 2,7 Milliarden Euro jährlich, die Zahlen basieren auf einer Auswertung des Statistischen Bundesamts. So macht allein die einmalige schriftliche Aufnahme von pflegebedürftigen Personen pro Jahr einen Aufwand von acht Arbeitswochen aus. Hinzu kommen laufende Dokumentationspflichten, die ebenfalls einen gravierenden zeitlichen Umfang ausmachen. Insgesamt belegt die Studie, dass der zeitliche Aufwand für Dokumentationspflichten in der Pflege viel zu hoch ist, argumentiert der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste. Könnte man hier Verbesserungen erwirken, bliebe mehr Zeit für die eigentliche Betreuung Pflegebedürftiger, was angesichts des zunehmenden Pflegebedarfs und der steigenden Pflegekosten ein Schritt in die richtige Richtung sein dürfte.

Kritik an der Reform der Pflegeversicherung

Es scheint so als würde die Pflegeversicherung weiterhin eines der Sorgenkinder der Sozialversicherungen in Deutschland bleiben. Erst gestern berichteten wir über die deutlichen Aussagen vom Finanztest, welche Mängel in der Reform aufdeckte (Erste Kritik an neuer Pflegeversicherung; 17. Juni 2012).

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