Brust-Amputation: Geeignet zur Vorsorge?

medizin-frageGlaubt man aktuellen Medienberichten von diesem Wochenende, dann steigt die Zahl der Patientinnen, die sich für eine vorsorgliche Amputation der Brüste zur Verhinderung von Brustkrebs interessieren, massiv an. Die Ursachen sind häufig mehrere Fälle von Brustkrebs in der Familie, verstärkt wird das Krebsrisiko dann noch, wenn das mutierte Gen BRCA1 im Körper nachgewiesen wird.

Eine Reihe von namenhaften Kliniken in Deutschland berichtete an diesem Wochenende davon, dass die Anfragen von besorgten Patientinnen in den vergangenen vier Wochen massiv zugenommen haben. Immer mehr Frauen wollen offenbar wissen, ob und wann eine Amputation der Brüste als vorbeugende Maßnahme sinnvoll ist. Zwar weisen Mediziner mit Nachdruck darauf hin, dass selbst bei einem vorliegenden Nachweis des mutierten Gens im Körper nicht zwingend eine Amputation zur Vorsorge nötig sei. Schließlich ist keine Patientin sicher, an Brustkrebs zu erkranken, selbst wenn das Gen im Körper nachgewiesen wird.

Sollte die Nachfrage aber weiterhin zunehmen, dürfte sich bald die Frage stellen, wer die Kosten eines solchen Eingriffs bezahlt. Die gesetzlichen Krankenkassen setzen eine medizinische Notwendigkeit voraus, wenn sie Krankheits- und Behandlungskosten übernehmen sollen. Und auch die privaten Versicherer dürften sich schwer tun, einer Amputation als reine Vorsorgemaßnahme zuzustimmen. Man darf deshalb gespannt sein, welchen Weg die Versicherer hier gehen werden.

[BU]

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