Botulinumtoxin-A – Bald als Therapie gegen neuropathische Schmerzen?

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Seit 2011 wird der Wirkstoff in Deutschland zur Behandlung chronischer Migräne angewandt.

Der Wirkstoff Botulinumtoxin-A scheint eine mögliche Alternative zur Linderung neuropathischer Schmerzen zu sein. Derzeit ist es jedoch noch zu früh, um Botulinumtoxin-A einzusetzen sagt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Denn eine entsprechende Therapie mit diesem Wirkstoff ist noch nicht zugelassen.

Was sind neuropathische Schmerzen?

Neuropathische Schmerzen entstehen, wenn Nervenstrukturen geschädigt werden oder erkranken. Sind die Nervenstrukturen also lädiert, senden sie von sich aus elektrische Impulse an das zentrale Nervensystem. Diese Impulse werden vom Betroffenen als Schmerz wahrgenommen.

Von neuropathischen Schmerzen sind sehr oft Menschen mit Diabetes, Nervenverletzungen, Verletzungen des Rückenmarks oder amputierten Gliedmaßen betroffen. In Deutschland sind das etwa 2,6 Millionen Menschen. Viele von Ihnen klagen über ein Taubheitsgefühl in der betroffenen Region, brennende Schmerzen und starke Schmerzempfindlichkeit bei Berührungen.

Botulinumtoxin-A, also Botox, das eigentlich zur Behandlung von Falten dient, hat sich nun auch in der Neurologie bewährt. Es hilft bei Spastik nach Schlaganfall, Rückenmarks- und Nervenverletzungen, aber auch bei Verkrampfungen und Fehlhaltungen und wirkt schmerzlindernd.

Seit 2011 wird der Wirkstoff in Deutschland zur Behandlung chronischer Migräne angewandt. Um Botulinumtoxin-A auch gegen neuropathische Schmerzen einsetzen zu können, fehlen bisher jedoch noch weitere, wichtige Daten.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie rückt aber nun Botulinumtoxin-A als mögliche Therapie bei neuropathischen Schmerzen in den Mittelpunkt. 68 Patienten wurden dafür von den Forschern ausgewählt. Alle Probanden hatten bereits über mehrere Monate lang neuropathische Schmerzen. 34 Betroffene wurden mit Botulinumtoxin-A Injektionen in die schmerzende Körperregion behandelt. Nach zwölf Wochen wurde diese Behandlung wiederholt. Die andere Gruppe der Studie erhielt über den gesamten Zeitraum ein Placebo.

Es zeigte sich im Verlauf der Studie, dass Botulinumtoxin-A die Schmerzen, verglichen mit Placebo, deutlich abmilderte. Auf der Schmerz-Skala fiel der Schmerz-Wert von 6,5 Punkten, vor der Behandlung, auf 4,6 Punkte zwölf Wochen nach der zweiten Therapie mit Botulinumtoxin-A. Es stellte sich auch heraus, dass besonders die sehr berührungsempfindlichen Patienten, die also an einer Allodynie leiden, besonders gut auf die Botulinumtoxin-Injektionen ansprachen. Unerwünschte Nebenwirkungen zeigten sich während der Studie nicht.

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Quelle: medizin-aspekte.de

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