Betriebliche Krankenversicherung und die neuen steuerlichen Regelungen

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Betriebliche Krankenversicherung: Erste Bilanz nach Steueränderungen

Seit Anfang des Jahres gelten für die betriebliche Krankenversicherung neue steuerliche Regelungen, die dem Versicherten zum Nachteil gereichen könnten. Jetzt zogen die Gesellschaften eine erste Bilanz. Tatsächlich wirken sich die Änderungen offenbar kaum zum Nachteil der Versicherten aus. Die betriebliche Krankenversicherung bleibt somit ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterbindung.

Im Oktober 2013 hatte das Bundesfinanzministerium angekündigt, die Beiträge für die betriebliche Krankenversicherung zum 01. Januar 2014 nicht mehr als Sachlohn anzurechnen. Vielmehr sollten diese Beiträge in Zukunft als Barlohn angesetzt werden. Was sich auf den ersten Blick nicht dramatisch anhört, hat bei näherem Hinsehen Auswirkungen für den Versicherten. Die Einstufung als Sachlohn hatte zur Folge, dass die vom Arbeitgeber bezahlten Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung bis zu einer Höhe von 44 Euro von Steuern und Sozialabgaben befreit sind. Diese Regelung ist seit Januar 2014 aufgehoben, seit Anfang des Jahres müssen auf die Beiträge sowohl Steuern als auch Sozialabgaben gezahlt werden.

Die Reaktion der Versicherer auf diesen Schritt war unterschiedlich. Einige Gesellschaften setzten die betriebliche Krankenversicherung aus. Andere Versicherer erwarteten keine gravierenden Änderungen, denn nach ihrer Ansicht war die Grenze von 44 Euro bei vielen Unternehmen schon ausgeschöpft. Vertragskündigungen waren deshalb kaum festzustellen, nur einige wenige Verträge wurden hinsichtlich des Umfangs von den Unternehmen reduziert. Der Hintergrund dürfte sein, dass die Argumente zwar insgesamt für eine betriebliche Krankenversicherung sprechen, weil sie eine sehr sinnvolle und günstige Ergänzung des gesetzlichen Versicherungsschutzes bieten. Doch das Argument der Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit war bisher offenbar nicht ausschlaggebend für die Versicherten, deshalb waren auch keine Vertragskündigungen zu beobachten.
Die Vorteile der betrieblichen Krankenversicherung bleiben dann auch weiterhin unbenommen. Ungeachtet der steuerlichen Änderung kann der Arbeitgeber seinen gesetzlichen Versicherungsschutz erweitern, er genießt dabei günstige Beiträge, und er profitiert von attraktiven Konditionen wie einem Verzicht auf Wartezeiten. Der steuerliche Aspekt gerät offenbar in den Hintergrund.

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