Berufsunfähigkeitsversicherung für Jedermann gefordert

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Foto: ©iStock.com/LifeJourneys
Der Bund der Versicherten (BdV) erneuert Forderungen für Flächen-Berufsunfähigkeitsversicherung und zeigt auf wie eine solche Jedermann-Berufsunfähigkeitsversicherung aussehen soll.

Wenn die berufliche Tätigkeit auf ein erhöhtes Risiko schließen lässt, berufsunfähig zu werden oder wenn man durch Vorerkrankungen belastet ist, steigt das Risiko, keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können. Deshalb fordert der Bund der Versicherten (BdV) seit einiger Zeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die unabhängig davon flächendeckend von jedem Versicherten abgeschlossen werden kann. Jetzt stellt der Bund drei Forderungen auf, wie eine solche Jedermann-Berufsunfähigkeitsversicherung aussehen soll.

Nach aktuellen Zahlen des Versichertenbundes und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen werden rund 20 Prozent der Berufstätigen im Lauf ihres Berufslebens einmal berufsunfähig. Für den Ernstfall haben aber nur wenige Menschen vorgesorgt. Der Verband der Versicherten geht davon aus, dass es weniger an der Ignoranz oder an fehlenden Informationen liegt als vielmehr an der Untauglichkeit des Versicherungssystems. So argumentiert der Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dass es für viele Interessenten gar nicht möglich ist, einen Versicherungsschutz abzuschließen. Faktoren wie Vorerkrankungen oder das Berufsbild machen es ebenso wie das Alter unmöglich, einen bezahlbaren Schutz zu finden. Deshalb müsse ein erleichterter Zugang zur vernünftigen Absicherung der Arbeitskraft geschaffen werden.

Möglich wäre dies durch einen erleichterten Zugang zur privaten Arbeitskraftsicherung. Bestimmte Vorerkrankungen dürften nicht mehr zum Ausschluss eines Versicherungsschutzes führen, und die Berufsgruppen müssten größer gefasst werden, um das Risiko für den Versicherer besser auszugleichen. Sinnvoll wäre auf jeden Fall, noch mehr unabhängige und flächendeckende Beratungsangebote zu schaffen, damit die Versicherten mehr auf Augenhöhe mit den Gesellschaften agieren können. Und schließlich ist eine Offenlegung der Datengrundlage durch die Versicherer gefordert. Es herrscht nämlich keinerlei Klarheit darüber, wie die Gesellschaften ihre Versicherungsprämien überhaupt kalkulieren.

Sofern durch diese drei Forderungen Abhilfe an der heutigen Situation geschaffen werden könnte, besteht die Möglichkeit, viel mehr Menschen in eine gute und bezahlbare Arbeitskraftabsicherung zu bringen, um den Anteil der Berufstätigen mit einem vernünftigen Versicherungsschutz nachhaltig zu erhöhen.

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