Beiträge und Überschüsse für die Sozialversicherung gestiegen

Die Zahlen zu den finanziellen Entwicklungen der Sozialversicherung könnten dieser Tage zur Verwirrung beitragen. Auf der einen Seite wird über hohe Steigerungen für Erwerbstätige hinsichtlich der Abzüge durch die Lohnsteuer und für Beiträge für die Sozialversicherung im Jahre 2011 berichtet und gleichzeitig wird bekannt, dass der Überschuss der Sozialversicherungen im Jahre 2011 sich im Vergleich zum Vorjahr beinahe verfünffacht hat. Schnell könnte man auf den Gedanken kommen, dass die öffentliche Hand die Erwerbstätigen hierzulande über das notwendige Maß finanziell belastet.

Steigende Abzüge für Arbeitnehmer
Laut „Bild“-Zeitung sollen die Abzüge für die Sozialversicherung insgesamt so deutlich gestiegen sein wie seit langen nicht mehr. Der neuerliche Anstieg ist wohl so hoch wie seit 17 Jahren nicht mehr. Zusätzlich sollen die Abgaben sich auf einem Rekordniveau bewegen. So sollen sich mittlerweile die Abzüge für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer für Sozialabgaben und Staat auf knapp 10.000 Euro im Jahr belaufen. Die nun bekannt gewordenen Werte zeigen zudem, dass die Belastung durch Abgaben an die Sozialversicherungen durchschnittlich um rund 500 Euro im Jahr gestiegen sind. Damit sind die Einnahmen, welcher der Staat pro Erwerbstätigen generiert, ebenfalls deutlich angestiegen. Die Mehreinnahmen für den Staat bedeuten sogleich eine Absenkung des durchschnittlichen realen Nettoeinkommens im Vergleich zum Vorjahr für die Erwerbstätigen.

Sozialversicherung mit starken Überschüssen

Während die Belastung der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr gestiegen sind, sind auch die Überschüsse der Sozialversicherungen angestiegen. Spitzenreiter ist hierbei die gesetzliche Krankenkasse (Wir berichteten: Diskussion Krankenkassen Milliardenüberschuss; 11. März 2012). Die GKV hat aber nicht als einzige Institution der Sozialversicherung Überschüsse generiert. Auch die Rentenversicherung, die Unfallversicherung, die Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit konnten spürbare Überschüsse vermelden.

Gründe und mögliche Konsequenzen für die Überschüsse

Begründet werden die hohen Überschüsse mit der guten Konjunktur im Jahre 2011. Gerade diese Begründung könnte ein gutes Argument gegen Begehrlichkeiten von Seiten der Beitragszahler sein. Denn auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass die hohen Überschüsse möglich werden durch höhere Abgaben. Und die Zahlen zeigen ja auch Abgabensteigerungen bei Erwerbstätigen und gleichzeitig Einnahmeverbesserungen bei den sozialen Trägern. Allerdings könnte die Argumentation einer guten Konjunktur auch vermitteln, dass die Kalkulation der Abgaben, in der aktuellen Höhe, gerechtfertigt ist und nur die unerwartet gute Konjunktur die Zahlen nicht planmäßig erscheinen lassen. Was zur Folge haben könnte, dass an den jetzigen Abgaben nichts verändert werden soll, da es sich um eine außerordentliche Situation handelt und bei normaler oder schwächerer Konjunktur die Abgaben in der heutigen Ausgestaltung benötigt würden.

Das könnte Dich auch interessieren...