Auswirkung Senkung EZB Leitzins auf die private Krankenversicherung

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Erst vor wenigen Tagen hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins erneut gesenkt. Wie sich ein sinkender Leitzins auf die private Krankenversicherung auswirken kann.

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Erst vor wenigen Tagen hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins erneut gesenkt. Mit nunmehr 0,05 Prozent ist einmal mehr ein historischer Tiefstand erreicht, der von Kredit- und Darlehensnehmern selbstverständlich begrüßt wird. Anleger dagegen sehen die erneute Reduzierung mit großer Skepsis, und auch die Versicherten in der privaten Krankenversicherung dürften angesichts dieser Senkung wenig erfreut sein. Doch wie wirkt sich ein sinkender Leitzins eigentlich auf die private Krankenversicherung aus? Um die Zusammenhänge zu verstehen, hilft ein Blick auf das Finanzierungssystem.

Finanzierungssystem der privaten Krankenversicherung und die Beiträge im Alter

Die private Krankenversicherung wird aus den Beiträgen der Versicherten finanziert. Da die Krankheits- und Behandlungskosten tendenziell mit dem Alter ansteigen und weil der Versicherer seine Kunden an diesen Kosten beteiligt, sind steigende Beiträge im Alter fast unvermeidbar. Damit der Krankenversicherungsschutz für Privatversicherte auch im Alter noch bezahlbar bleibt, bilden die Gesellschaften aus den Beiträgen schon sehr frühzeitig sogenannte Altersrückstellungen. Diese werden im Alter dazu herangezogen, die Beitragszahlungen stabil zu halten oder sogar zu senken.

Altersrückstellungen und die Verzinsung

Die gebildeten Altersrückstellungen werden von den Gesellschaften verzinslich angelegt. In früheren Jahren galt ein Garantiezins von 3,5 Prozent. Sofern es den Versicherern gelingt, eine Verzinsung oberhalb von 3,5 Prozent am Markt zu erzielen, fließen die erwirtschafteten Überschüsse den Versicherten ebenfalls zu. Dadurch sollen die Beiträge im Alter weiterhin konstant gehalten werden, im besten Fall wird sogar eine Prämiensenkung ermöglicht.

Auswirkungen niedrige Leitzinsen auf Garantiezins und PKV-Beitragssteigerungen

Angesichts der dauerhaft niedrigen Leitzinsen ist der Garantiezins von 3,5 Prozent schon heute von einigen Gesellschaften nicht mehr zu erwirtschaften. In den vergangenen Monaten hat der eine oder andere Versicherer diesen Garantiezins bereits gesenkt. Die unmittelbare Folge können Beitragssteigerungen sein, damit der Versicherungsschutz im Alter weiterhin bezahlbar bleibt.

Ein sinkender Leitzins kann sich somit direkt auf die Höhe der Versicherungsbeiträge auswirken. Bisher haben nur einige Gesellschaften den Garantiezins reduziert. Doch immer wieder hört man von Tendenzen, dass in der Branche schon bald eine flächendeckende Reduzierung der Garantieverzinsung und damit eine Anhebung der Beiträge anstehen. Bisher wollen einige unabhängige Studien belegen, dass die meisten Versicherer noch eine angemessene Verzinsung der Beiträge am Markt erzielen. Ungeachtet der dauerhaft niedrigen Leitzinsen haben institutionelle Anleger wie Versicherungen meist noch andere Investitionsmöglichkeiten mit attraktiven Renditen zur Auswahl als der private Kleinanleger.

Dessen ungeachtet gefährden niedrige Kapitalmarktzinsen die Anlagerendite der Versicherer. Sie könnten angesichts der geltenden Garantieverzinsung weiter unter Druck geraten, denn diese dürfte bei der aktuellen Lage an den Zinsmärkten zunehmend schwerer sicherzustellen sein. Ein aufmerksamer Blick der Versicherten auf die Garantieverzinsung ihrer eigenen Gesellschaft kann deshalb nicht schaden.

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