Asthmaforschung – natürlicher Schmutz zur Vorbeugung

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Foto: ©iStock.com/konradlew
Asthmaforscherin erklärt Zusammenhänge von natürlichen Schmutz zur Vorbeugung vor Asthma.

Erika von Mutius hatte in den neunziger Jahren bereits behauptet, zu wenig Schmutz sei die Ursache für mehr Allergien. Es fehle an natürlichem Schmutz. Die Asthmaforscherin erklärte kürzlich gegenüber der FAZ, wie der Volkskrankheit vorzubeugen wäre. Inspiriert habe sie ein Besuch bei den Amish-People in den Vereinigten Staaten. Dieses Völkchen lebe sehr naturnah ohne Maschinen und mit Pferdekutschen statt mit Autos. Sie lebten in engem Kontakt mit Tieren. Selbst die Babys werden regelmäßig in den Stall mitgenommen. An Asthma leiden sie so gut wie nie.

Wie kommt das?

Wie Mutius glaubt, kommt es auf den Kontext des Kontakts mit Allergenen an. Das Immunsystem reagiere ab der Geburt zunächst auf alle Mikroben in der Umwelt, bevor die Abwehrzellen trainiert seien und unterscheiden könnten, ob von einem Stoff Gefahr droht. Wenn das Immunsystem einen Stoff kennenlerne, der kontaminiert ist, beispielsweise ein Pollenkorn, das mit Autoabgasen behaftet ist, soll es diesen anders interpretieren als das gleiche Pollenkorn in einem Kuhstall. Kinder von Müttern, die sich während der Schwangerschaft regelmäßig im Stall aufhielten, sollen eine andere Immunantwort als andere Kinder zeigen. Das Immunsystem der Kinder soll so vom regelmäßigen Kontakt mit Tieren und der Natur sehr profitieren. Dieser Schmutz sei ein anderer als der Schmutz in der Stadt. Ein Kind, das von der Straße Dreck zu sich nehme, erlange nicht den gleichen Schutz. Auch die persönliche Sauberkeit soll kaum einen Einfluss auf die Entstehung von Allergien haben.

Prävention ist möglich

Um Allergien vorzubeugen, ist eine saubere Luft wichtig. Vor allem Rauch und Schimmelsporen sollten nicht vorhanden sein. Probiotika können einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben, ebenso wie Rohmilch. Kinder, die oft Rohmilch bekommen, sollen ein Asthmarisiko aufweisen, das fünfzig Prozent niedriger ist als bei der Vergleichsgruppe. Auch ein Hund im Haus kann vor Asthma schützen.

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