Aktueller Alkoholkonsum in Deutschland und die Folgen

flaschenDer Alkoholkonsum in Deutschland bleibt weiterhin auf einen sehr hohen Niveau. Hierbei dürfte insbesondere die tiefe gesellschaftliche Verankerung und auch die allgemeine Akzeptanz eine wichtige Rolle spielen. Dabei werden jedoch die gesundheitlichen Folgen vom Alkoholkonsum stark unterschätzt. So äußert sich auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) entsprechend zum Alkoholkonsum.

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Zahlen zum aktuellen Konsum von Alkohol

Der Konsum von Alkohol bewegt sich in den vergangenen Jahren auf einen stabilen und zugleich hohen Niveau. Etwa 137 Liter alkoholische Getränke kommen laut der Statistik des „Jahrbuch Sucht 2013“ auf jeden Deutschen. Dabei werden knapp 10 Liter reiner Alkohol pro Jahr, pro Person konsumiert. Der DHS und auch weitere Spezialisten warnen mit Blick auf die ermittelten Werte vor den Gefahren und den Risiken, welche beim Alkohol immer noch nicht eine entsprechende Bedeutung zu gemessen wird. Eine Zahl welche die gesundheitlichen Risiken sehr deutlich macht, ist die Zahl der Todesopfer augrund von Alkoholkonsum. Etwa 200 Menschen sterben so jeden Tag an den Folgen von Alkoholkonsum bzw. vom Alkoholkonsum in Verbindung mit dem Rauchen. Damit folgt die Sterblichkeit aufgrund des Konsums von Alkohol, sehr dicht der Sterblichkeit vom Zigarettenkonsum, welcher etwa 300 Tote pro Tag in Deutschland verantwortet.

Alkohol gesellschaftlich akzeptiert und stets präsent

Vermutlich ist Alkohol heute die am meisten akzeptierte Droge. Dementsprechend ist Alkohol auch sehr einfach verfügbar, und das rund um die Uhr. Während der Konsum von Tabak bzw. Zigaretten in den vergangenen Jahren deutlich an Akzeptanz verloren hat (Rauchverbote, Kennzeichnungen zu Gesundheitsgefahren auf Packungen etc.), so findet bei der ähnlich gesundheitsgefährdenden Droge Alkohol kaum eine ähnliche Sensibilisierung statt.

Der Grund für ein fehlendes gesellschaftliches Bewusstsein zu den Gesundheitsrisiken, könnte in der starken gesellschaftlichen Verankerung des Alkohols liegen. Diese gesellschaftliche Verankerung kann bereits am Sprachgebrauch und der allgemeinen Verharmlosung von Alkohol nachvollzogen werden. Dementsprechend gibt es unzählige Situationen und Gründe, welche einen Konsum von Alkohol rechtfertigen. Dabei spielt es keine Rolle ob dahinter positive oder negative Ereignisse stehen.

Positive Beispiele sind beispielsweise Geschäftsabschlüsse, Jubiläen, jegliche Feiern wie Geburtstage, Sylvester usw. Die Liste könnte noch lange so fort geführt werden. Diese Trinkanlässe werden mit positiven Floskeln oder auch Trinksprüchen stets begleitet („Darauf trinken wir“, „hoch die Tassen“, Prost u.v.a.).

Aber auch negative Situationen werden häufig für eine Begründung von Alkoholkonsum genutzt. Eine häufig genutzte Floskel ist hierbei: „Jetzt brauche ich erst einmal einen Drink“ o.ä. Gerade bei negativen Situationen findet eine Suggerierung statt, welche dem Alkohol eine heilende oder lindernde Wirkung bei Problemen zuschreibt.

Alkohol im Fernsehen

Die starke gesellschaftliche Verankerung von Alkohol wird insbesondere in den Medien widergespiegelt. So wird in sehr vielen Filmen und Fernsehserien Alkohol häufig konsumiert und auch positiv dargestellt. Besonders drastisch wird dies in der beliebten Serie „How I met your Mother“ gezeigt. Bei der Serie spielt ein großer Teil der Handlung in einer Stammkneipe. Dementsprechend wird in der Serie auch der Konsum von Alkohol regelmäßig gezeigt. Bei der Erkenntnis des Gezeigten, ist es wichtig den Sinn einer Kneipe richtig zu zuordnen. Der wesentliche Zweck für Besucher einer Kneipe liegt darin Alkohol zu konsumieren. Idealerweise in Gesellschaft. Kaum ein Besucher einer Kneipe wird regelmäßig zum Gast, um nur ein Glas Wasser zu trinken. Mit diesen Hintergrund und der Vergegenwärtigung, dass jede Stadt unzählige Kneipen besitzt, wird einmal mehr deutlich welchen Stellenwert der Alkohol genießt.

Alkohol an der Supermarktkasse neben Produkten für Kinder

Ein weiteres Beispiel ist der Verkauf von Alkoholprodukten an den Kassen der Supermärkte. Gerade an den Kassen haben viele Supermärkte noch ein letztes Regal vor dem Bezahlen platziert. Der Großteil dieses Regals beinhaltet häufig Süßigkeiten für Kinder. Dementsprechend sind diese Regale auch niedrig gehalten und damit im unmittelbaren Sichtbereich für Kinder. Viele Eltern werden die Diskussion an diesen Regalen mit ihren Kindern kennen, welche hier noch ein Überraschungs-Ei, Gummibärchen oder andere Schokoladenprodukte mitnehmen möchten. Im selben Regal werden häufig noch kleine Alkoholflaschen platziert. Sogenannte Flachmänner, welche allerlei Alkoholprodukte wie Wodka, Whisky oder Kräuterschnaps beinhalten. Allein der Zustand, dass eine starke Droge wie der Alkohol im gleichen Regal stehen kann, wie Produkte, welche als Zielgruppe Kinder anspricht, zeigt die enorme gesellschaftliche Akzeptanz.

Alkohol – die Folgen und die Verwunderung

Die gesundheitlichen Folgen von Alkohol können bedrohliche Konsequenzen nach sich ziehen und sogar bis zum Tod führen. Daneben existieren zahlreiche Begleiterscheinungen und Krankheitsbilder, welche sowohl in körperlicher als auch in psychischer Form sich äußern können. Neben den zahlreichen Erkrankungsmöglichkeiten, gilt Alkohol auch bei gewalttätigen Verbrechen und Auseinandersetzungen oder bei schweren Verkehrsunfällen, mit all seinen tragischen Auswirkungen nicht selten als Teil der Ursache. Die Wirkung von Alkohol, welche häufig zu Kontrollverlusten und leichtsinnigen Verhalten führen kann, sorgt damit regelmäßig zu Tragödien. Zu guter Letzt ist Alkohol eine starke Droge, welche für Alkoholabhängige mit den bekannten und zugleich negativen Konsequenzen bei Suchtkrankheiten in Kauf genommen werden müssen. Obgleich all diese Auswirkungen, Risiken und Gesundheitsschädigungen hinlänglich bekannt sind, ist es umso verwunderlicher, dass der Akzeptanz und der Beliebtheit von Alkohol kurz- bis mittelfristig keinerlei Risiko droht.

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1 Kommentar

  1. @… „200 Menschen sterben so jeden Tag an den Folgen von Alkoholkonsum bzw. vom Alkoholkonsum in Verbindung mit dem Rauchen“…. Naja, da scheint ja die Genauigkeit noch nicht allzu Detailgenau sein. Es wäre schon Aussagekräftiger die Nikotinopfer dort heraus zu rechnen.

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